Im Beisein von Mitarbeitern für Sicherheit und Sauberkeit stellten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (3.v.l) und der Vorstandsvorsitzende der DB InfraGo AG; Philipp Nagl (3.v.r.) in Remagen das Sofortprogramm vor.
REMAGEN. TW. Die Deutsche Bahn macht nicht nur in Sachen Pünktlichkeit und Verlässlichkeit ernst. Die vom Bundesverkehrsministerium verkündete Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene sieht unter anderem auch schnelle Verbesserungen bei Sauberkeit und Sicherheit in den Bahnhöfen vor. Dafür steht nun ein Sofortprogramm an, zwei weitere sollen folgen. Das aktuelle Programm hatte die zuständige DB InfraGo AG erst jüngst am Hauptstadtbahnhof in Berlin vorgestellt. Nun erfolgte eine weitere Präsentation an einem der vielen mittelgroßen Bahnhöfe in Deutschland, nämlich in Remagen mit seinen knapp 8.000 Reisenden am Tag. Dort stellte der Vorstandsvorsitzende der DB InfraGo AG, Philipp Nagl, am Montagmittag im Beisein von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) das im Wesentlichen aus vier Punkten bestehende Programm mit Blick auf Rheinland-Pfalz noch einmal vor. Passend dazu wirbelten zahlreiche Teams in orangen Warnjacken am Bahnhofsgebäude und auf den Bahnsteigen mit Besen, Schaufeln, Werkzeug oder Wischmop umher und verliehen dem Sofortprogramm Gesichter. Zudem patrouillierten Streifen in blauen Uniformen umher und sorgten für ein verbessertes Sicherheitsgefühl. Viel war bei der Präsentation am Montagmittag auf dem Bahnhofsgelände nicht los, zumal der Zugverkehr auf der linksrheinischen Bahnstrecke derzeit wegen umfassender Sanierungen im Köln/Bonner Raum in großen Teilen auf Ersatzverkehr verlagert wird. Passend dazu waren auch kaum Schmutz oder Schmierereien und auch nur wenige kleinere Schäden festzustellen. Dort wo jedoch Handlungsbedarf bestand, waren an diesem Hand Handwerker oder Putzkolonnen im Einsatz, um das Gelände auf Vordermann zu bringen.
Philipp Nagl machte derweil deutlich, dass es auch an den Bahnhöfen in Rheinland-Pfalz sicherer und sauberer werden solle, nicht nur an den großen Stationen, von denen er explizit Mainz nannte. Neben den in diesem Jahr geplanten Investitionen in die Bahn-Infrastruktur in Höhe von 23 Milliarden Euro, lege die Bahn auch einen besonderen Fokus auf ihre Bahnhöfe, wie dies in Rheinland-Pfalz vor allem neue Haltestationen an der Trierer Westrecke oder jüngst wiedereröffneten Ahrstrecke unter Beweis stellten. „In Remagen sehen wir, was das im Einzelnen bedeutete, denn auch dieser Bahnhof wird stark profitieren“, versprach Nagl. Denn zusätzlich zu den bereits erneuerten Bahnsteigen 1 und 2/3 gebe es noch einiges zu tun. So werde das laut Nagel „sehr schöne Empfangsgebäude“ im Jahr 2028 umfassend renoviert, was auch für den Bahnsteig 4/5 gelten soll. „Dann haben wir hier einen in allen Dimensionen sehr schönen Bahnhof, natürlich vollständig barrierefrei und auch ein Schmuckstück“, so der DB InfraGo-Vorstandsvorsitzende.
Zurück zum aktuellen Sofortprogramm, in das die DB InfraGo 50 Millionen Euro steckt, zählen vier Punkte. Zum einen wird die Zahl der Sicherheitskräfte ausgeweitet, nicht nur an den großen Bahnhöfen, auch an Stationen wie Remagen. Das gelte auch für das technische Sicherheitsthema. Neben den bestehenden 11.000 Kameras an Bahnhöfen werden zusätzliche Bodycams bei Sicherheits- und übrigem Bahnpersonal zum Einsatz kommen. Sauberkeit auf vielen Bahnhöfen soll der sogenannte Frühjahrputz bringen, der in 1.400 Bahnhöfen ansteht und damit der doppelten Anzahl der Stationen des Vorjahres. Auch in Remagen und Ahrweiler werde es einen solchen Frühjahrsputz geben, neben den schon ausgewählten werden noch weitere Bahnhöfe folgen. Vierter aktueller Punkt ist der Einsatz mobiler Reparaturteams, für Kleinreparaturen, wie besprühte Wände oder kaputte Scheiben. Ein solches Team werde auch in Rheinland-Pfalz installiert.
Verkehrsminister Schnieder betonte, die Menschen müssten wieder einen positiven Eindruck vom Reisen mit der Bahn haben. Schnieder malte verbal das Bild eines idealen Bahnhofs. Der solle einladend sein, im Winter war. Er solle Schutz bieten und Sicherheit, auch wenn es schon 22 Uhr oder später sei. „Überall ist das noch nicht so“, gab der Minister zu. Daher säen weitere Programme auch vor, dass bis zum Jahr 2035 insgesamt 1.000 Bahnhöfe grundlegend saniert und auf den neuesten Stand gebracht würden. „Die Menschen sollen merken, dass wir etwas machen, daher dieses Sofortprogramm“, betonte Schnieder. Nach Programmen für mehr Komfort in den Zügen und besserer Kundenkommunikation solle die Bahn auch zeigen, dass an den Bahnhöfen etwas passiere. Remagen sei da ein schönes Beispiel, dass auch mittlere Stationen wichtig seien. Zudem kündigte der Minister eine Präventionskampagne zur Stärkung des Respekts gegenüber den Bahnmitarbeitern an. Während Minister und Vorstandsvorsitzender die aktuellen Neuerungen an Bahnsteig 1 verkündeten, machte sich Ramazan Kolance eine Etage tiefer bereits auf, die Schaukästen mit Fahrplänen zu reinigen, um den Reisenden wieder einen ungestörten Blick auf das Reiseangebot bieten zu können.