Den Handwerkern, hier Bogenbauer, konnte man über die Schulter schauen
Bewaffnet und mit Schutzschilden zogen Soldaten durch die Innenstadt
Sehr interessant auch die Besichtigung der Hypokausten unterhalb der Kulturwerkstatt, wo Volker Thehos entsprechende Erläuterungen gab
REMAGEN. DG. Unus, duo, tres – so zählten die alten Römer, und das hörte man am vorletzten Wochenende häufig, wenn eine kleine Abordnung einer römischen Kohorte durch Remagens Innenstadt marschierte. So ähnlich könnte es auch rund 2.000 Jahre früher ausgesehen haben, als hier ein römisches Kastell war, wo Truppen stationiert waren. In Remagen ist man sich der Tradition bewusst, und nachdem die Stadt als Teil des Niedergermanischen Limes inzwischen Weltkulturerbe-Status hat, wurde zum zweiten Mal das sogenannte Rigomagus-Fest veranstaltet. Rund um den Marktplatz und die Pfarrkirche einschließlich des Pfarrgartens konnte an vielen Ständen römisches Leben beobachtet werden. Verschiedenen Handwerkern, natürlich stilecht gekleidet, konnte man bei ihrem Wirken über die Schulter schauen. Die „Schola Romana“ richtete sich hauptsächlich an Kinder, denen dort Interessantes aus der damaligen Zeit vermittelt wurde. Überhaupt wurde Information großgeschrieben, denn einige Infotafeln gaben anschaulich Auskunft über die damalige Zeit. In einem Kastell sind Soldaten stationiert, so gab es denn auch entsprechende Waffen und Schutzausrüstungen zu bestaunen und für die Kinder auch zu erwerben – natürlich nur Nachbildungen aus Holz oder Kunststoff. Wer wollte, durfte im Bogenschießen seine Zielsicherheit beweisen. Das kleine römische Museum hatte seine Tür geöffnet und unter dem „Alten Jugendheim“, wo heute die Kulturwerkstatt ist, waren Reste der alten Hypokausten zu besichtigen, mit der sowohl der Fußboden als auch die Wände beheizt werden konnten, wie Volker Thehos die Funktionsweise anschaulich erläuterte. Auf dem Marktplatz, der Römer würde hierzu Forum sagen, war eine Fläche abgetrennt und ganz mit feinem Sand bedeckt, ein idealer Tummelplatz für die Pänz. Zu festgelegten Uhrzeiten füllte sich der Platz plötzlich mit vielen Zuschauenden, und dann tat sich etwas: Nach umfangreicher vorheriger Information durch einen natürlich in authentischen Kleidern gewandeten Moderator marschierten die „Gladiatoren“ ein und lieferten sich unter lauter Anfeuerung der Zuschauer beeindruckende Schaukämpfe.
Natürlich war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt, entweder an verschiedenen Ständen oder bei der örtlichen Gastronomie. Eine Veranstaltung, die viele auch aus der Umgebung angelockt hat. Wäre sicher eine weitere Wiederholung wert.