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Remagener Nachrichten
Ausgabe 24/2026
Seite 2
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Kreis-Kommunen bauen auf Frühwarnsystem bei Hochwasser

Vertreter der Kommunen des Kreises Ahrweiler, der inframeta eG sowie weiterer Fachinstitutionen kamen im Rathaus der Gemeinde Grafschaft zusammen, um sich über das kommunale Frühwarnsystem AhrSure und dessen Einsatzmöglichkeiten in der Starkregen- und Hochwasservorsorge auszutauschen.

 

Als erste Gemeinde im AW-Kreis bestellte die Grafschaft „AhrSure“

GRAFSCHAFT. TW. Bürgermeister, Beigeordnete, Verwaltungsvertreter sowie Fachleute aus dem Kreis Ahrweiler kamen im Rathaus der Gemeinde Grafschaft zu einem Sondertermin der Kreisgruppe der Kommunen zusammen. Auf der Agenda standen die Vorstellung der Genossenschaft inframeta eG sowie des Frühwarnsystems AhrSure, das Kommunen bei der Starkregen- und Hochwasservorsorge unterstützen soll. Zunächst aber informierten Vertreter der Universität Bonn über das Forschungsprojekt SOZIAHR, das die langfristigen gesellschaftlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Folgen der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal untersucht und wissenschaftlich begleitet.

Im Anschluss stand die Vorstellung des Frühwarnsystems "AhrSure" im Mittelpunkt des Austauschs. Vertreter der inframeta eG und der Ingenieurbüros Berthold Becker aus Heimersheim sowie Hydrotec GmbH aus Aachen präsentierten die Möglichkeiten des Systems, das Wetter-, Niederschlags- und Prognosedaten kontinuierlich auswertet und frühzeitig vor drohenden Starkregen- und Hochwasserereignissen warnen kann.

Über die Plattform erhalten Kommunen und größere Betriebe präzise Vorhersagen zu Starkregenereignissen, basierend auf Daten vom Deutschen Wetterdienst, Pegel- und Abflusswerten, lokalen Messungen sowie historischen Ereignisdaten. Bereits vorhandene Messsysteme können integriert werden, sodass bestehende Investitionen erhalten bleiben. Ziel ist es, Kommunen und Einsatzverantwortlichen frühzeitig belastbare Informationen zur Verfügung zu stellen, um Schutzmaßnahmen rechtzeitig einleiten und Ressourcen gezielt einsetzen zu können.

In der anschließenden Diskussion wurde die Leistungsfähigkeit des Systems intensiv erörtert. "Das Ahrtal braucht ein Frühwarnsystem einer solchen Qualität. Gerade weil der technische Hochwasserschutz noch Jahrzehnte bis zur Wirksamkeit brauchen wird.", ist die Meinung von Professor Holger Schüttrumpf von der RWTH Aachen. Die anwesenden Bürgermeister und Verwaltungsvertreter bewerteten die vorgestellte Lösung durchweg positiv. Insbesondere die frühzeitige Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen, die praxisnahe Anwendung sowie die Möglichkeit einer kommunenübergreifenden Nutzung wurden als wesentliche Vorteile hervorgehoben. Die Teilnehmer waren sich einig, dass AhrSure einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Starkregen- und Hochwasservorsorge im Kreis Ahrweiler leisten kann. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Flutkatastrophe 2021 wurde die Bedeutung moderner Frühwarn- und Informationssysteme für den Bevölkerungsschutz besonders betont.

„Die Grafschaft hat als erste Kommune im Kreis das Programm beauftragt und wird es in den gemeindlichen Alarm- und Einsatzplan Hochwasser/Starkregen einarbeiten“, bestätigte der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem am Rande der Veranstaltung.