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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 1/2021
Aktuelles
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Abwassergebühren steigen

Stadtrat beschließt Erhöhung um rund 20 Prozent

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. TW. Neben dem Trinkwasser kostet auch die Beseitigung des Abwassers in diesem Jahr mehr. Das beschloss der Stadtrat in seiner letzten Sitzung des vergangenen Jahres bei einer Gegenstimme. Der Wirtschaftsplan 2021 des Abwasserwerkes sieht nach neun Jahren eine Erhöhung der Abwassergebühr von 1,45 auf 1,75 Euro pro Kubikmeter vor. Der wiederkehrende Beitrag für Niederschlagswasser wurde zugleich von 17 auf 18 Cent pro Quadratmeter gewichteter Grundstücksfläche erhöht.

Der Grund: die Kosten sind gestiegen, und zwar unerwartet. Der Abwasserzweckverband Untere Ahr (AZV) hatte dem Eigenbetrieb Abwasser der Kreisstadt eine um 222.000 Euro höhere Betriebskostenumlage berechnet, als dies veranschlagt war. Daher kam es in 2019 zu einem Jahresverlust von 175.000 Euro, der aus der Allgemeinen Rücklage gedeckt werden soll. „Trotz des Jahresverlustes erreicht die Eigenkapitalquote in der Bilanz einen Anteil von 91,3 Prozent bei einem Fremdkapitalanteil von 8,7 Prozent“, so der Erste Beigeordnete Peter Diewald (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. Der Betrieb steht also weiterhin solide da. Aber es warten hohe Investitionen, zum einen in die städtische Kanalinfrastruktur, zum anderen in die in die Jahre gekommende Kläranlage des AZV in Sinzig. Zwar weist der Wirtschaftsplan für 2021 einen Gewinn von 118.000 Euro aus, für anstehende Investitionen von mehr als sechs Millionen Euro müssen aber auch Kredite in Höhe von zwei Millionen Euro aufgenommen werden.

Christoph Kniel (CDU) war mit der AZV-Umlage nicht einverstanden und erklärte, man werde in der kommenden Zeit auf die Geschäftsführung, Organisation, Abläufe und die Tätigkeiten im AZV ein besonderes Augenmerk legen. Es stünden Grundsanierung und Neukonzipierung des Klärbetriebes an, die erhebliche Investitionen erforderlich machten, um die gesetzlichen Auflagen nachhaltig zu erfüllen. Die effiziente Umsetzung müsse von einer technisch und kaufmännisch gut aufgestellte Mannschaft gestemmt werden. „Hier ist noch Aufbauarbeit zu leisten“, so Kniel.

Auch Fritz Langenhorst (SPD) empfahl, ein ständiges Augenmerk auf die Entwicklung im AZV zu haben, „damit nichts aus dem Ruder läuft.“ Eine erforderliche Personalaufstockung dort werde vermutlich zu weiteren Kostensteigerungen führen. Peter Diewald sieht dagegen in den kommenden fünf Jahren keine weiteren Gebührenerhöhungen auf den Bürger zukommen.