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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 10/2026
Wirtschafts-Info
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IG Metall und ZF-Mitarbeiter fordern sofortigen Umzug

Knapp 100 Autos machten sich hupend auf den Weg nach Niederzissen.

Autocorso aus Ahrweiler nach Niederzissen wurde von Eitorfer Kollegen unterstützt

AHRWEILER. TW. Rund 200 hochqualifizierte Menschen arbeiten derzeit im ZF-Werk in Ahrweiler. Weil dieses Werk durch die Flutkatastrophe vom Juli 2021 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, wäre nun eigentlich der Umzug an einen neuen Standort fällig. Den hat die Werksleitung vorbereitet und im Industriegebiet in Niederzissen eine neue, hochmoderne Fertigungsanlage errichtet. In diese könnten die ZF-Mitarbeiter längst eingezogen sein. Aber so weit ist es noch nicht gekommen, denn die Konjunkturlage hat die Verantwortlichen wohl umdenken lassen. Seit Monaten schwingt ein Damokles-Schwert über den ZF-Arbeitsplätzen. Das neue Werk in Niederzissen sei aktuell nicht wettbewerbsfähig, heißt es aus der Firmenzentrale. Gefertigt werden sollen dort in erster Linie Komponenten, die zu teuren Sonderausstattungen für Autos gehören. Und genau diese Ausgaben würden sich Kunden immer häufiger sparen, so ein ZF-Vorstand.

Nun haben die IG Metall und die Belegschaft des Werks in Ahrweiler ein deutliches Zeichen gesetzt, dass sie alsbald nach Niederzissen umziehen wollen. Am Mittwoch machten sich rund 200 ZF-Mitarbeiter aus Ahrweiler mit Unterstützung von Kollegen aus dem Werk in Eitorf auf den Weg von Ahrweiler nach Niederzissen. Die IG Metall hatte zum Schichtwechsel am Mittag einen Autocorso angemeldet, bei dem sich nach Aussagen des Veranstalters mindestens 70 Autos auf den Weg zum neuen Werk machen sollten. Am Ende waren es weitaus mehr, knapp 100 Fahrzeuge schlängelten sich durch die im Bau befindliche Max-Planck-Straße in Ahrweiler und von dort aus in Richtung Königsfeld. Mit roten IG Metall-Fahnen ausgestattet und laut hupend fuhr die Kolonne unter Begleitung durch die Polizei durch Bachem und Bad Neuenahr Richtung Eifel, querte Königsfeld, Dedenbach und Rodder, danach Niederzissen und Burgbrohl, um letztlich den Weg in die Klemens-Jeub-Straße im Industriegebiet Niederzissen einzuschlagen, wo der Betriebsratsvorsitzende Michael Quirmbach, der Neuwieder IG-Metall-Geschäftsführer Markus Eulenbach und DGB Regionalgeschäftsführer Sebastian Hebeisen immer wieder den sofortigen Umzug und den Erhalt der Arbeitsplätze forderten.

„Von uns aus kann es in Niederzissen losgehen, aber am Verhandlungstisch bewegt sich derzeit recht wenig“, so eine Sprecherin der IG Metall. Markus Eulenbach koordinierte derweil in Ahrweiler den Start der Autoschlange, dem sich die Arbeiter von Früh- und Spätschicht anschlossen. Man sei bereit, motiviert und wolle mit den Industriearbeitsplätzen in der Region bleiben, so die IG-Metall-Sprecherin. „Wir fahren jetzt alle mal in euer neues Werk in Niederzissen, dass extra für Euch gebaut wurde“, rief Markus Eulenbach der Belegschaft vor dem Start zu gab und als Motto für die Aktion „Wir wollen hier rein“ aus.