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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 11/2026
Aktuelles
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Zwei Kreuzwege – ein Glaubensweg

Station XI: Jesus wird ans Kreuz genagelt - historischer Kreuzweg und modernes Pendant.

Historischer Kreuzweg des Münchner Bildhauers Georg Busch (1905–1907) und darunter der moderne Kreuzweg des Künstlers Robert Reuter.

Ausstellung in der St. Laurentius Kirche in Ahrweiler

AHRWEILER. In der Fastenzeit lädt die St. Laurentius Kirche in Ahrweiler zu einer besonderen Begegnung mit der Passion Christi ein. Besucherinnen und Besucher können zwei Kreuzwege aus unterschiedlichen Epochen betrachten: den historischen Kreuzweg des Münchner Bildhauers Georg Busch (1905–1907) sowie einen modernen Kreuzweg des Künstlers Robert Reuter.

Die zeitgenössischen Arbeiten sind bewusst unterhalb der historischen Stationen angebracht. Dadurch entsteht ein direkter Vergleich zwischen der Bildsprache des frühen 20. Jahrhunderts und einer künstlerischen Interpretation unserer Zeit. Tradition und Gegenwart treten so in einen Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf das Leiden und Sterben Jesu.

Buschs Reliefs aus Kalksandstein zeigen die vierzehn Stationen des Leidensweges Jesu in einer ruhigen, würdevollen Formensprache. Seine zurückhaltenden Gesten und die fein ausgearbeiteten Gesichtszüge – besonders das Antlitz Christi – vermitteln Schmerz, Erschöpfung und Hingabe und laden zur stillen Betrachtung ein.

Der moderne Kreuzweg von Robert Reuter überträgt die Ereignisse von Karfreitag in die Gegenwart. In reduzierter Bildsprache thematisieren seine Arbeiten Gewalt, Ungerechtigkeit und menschliche Ohnmacht – Erfahrungen, die auch heute noch aktuell sind. Ursprünglich bestand das Werk aus einer Stele mit sieben spiralig angeordneten Würfeln und insgesamt 14 Lithografien. Für die Ausstellung wurden die Grafiken reproduziert und den historischen Stationen gegenübergestellt.

So entsteht ein intensiver Dialog zwischen zwei künstlerischen Ausdrucksformen und zwei Zeiten. Die Ausstellung lädt dazu ein, den Kreuzweg nicht nur als historisches Geschehen, sondern als Anlass zur Reflexion über Leid, Hoffnung und menschliche Würde zu betrachten. Die Kirche kann während der allgemeinen Öffnungszeiten besichtigt werden.