Als das letzte Teilergebnis kam, geriet der Ratssaal endgültig in Feierlaune.
Der Erste Beigeordnete der Kreisstadt, Peter Diewald (r.), gratulierte dem künftigen Bürgermeister Pascal Rowald und seiner Frau Jennifer.
Mit fast 50 Prozent der Stimmen gewann Guido Orthen (v.l.) den Wahlkreis 14 und zieht in den Landtag ein. Hier gratulieren ihm und seiner Frau Anne Nübel-Orthen Landrätin Cornelia Weigand und der Beigeordnete Peter Diewald.
BAD NEUENAHR-AHRWEILER. TW. Im mondänen Ratssaal von Bad Neuenahr-Ahrweiler herrschte am Sonntagabend Feierstimmung, wenn auch nicht in allen Ecken. Aber zumindest dort, wo sich Christdemokraten und ihre Anhänger aufhielten, konnte die Laune nicht besser sein. Kein Wunder, konnte sich doch bei der Wahl des neuen Bürgermeisters der Kreisstadt CDU-Kandidat Pascal Rowald trotz dreier Gegenkandidaten bereits im ersten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit durchsetzen. Rowald folgt am 1. August auf Guido Orthen, den es nach 16 Jahren an der Spitze der Kur- und Rotweinstadt in den rheinland-pfälzischen Landtag zieht. Auch Orthen konnte sich über ein großartiges Ergebnis freuen, er holte 49,4 Prozent der Wahlkreisstimmen in den Gebieten der Grafschaft, der VG Altenahr, der VG Adenau und der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, wo sogar 51,3 Prozent für den Nachfolger von Horst Gies in Mainz votierten.
Dass Pascal Rowald schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit holen würde, hatten die wenigsten der am Ende mehr als 100 Besucher im Bad Neuenahrer Rathaus erwartet. Viele, auch der spätere Gewinner, hatten auf eine Stichwahl gegen den parteilosen Kandidaten Jörn Kampmann getippt. Aber schon das erste Ergebnis aus Ramersbach, wo traditionell die SPD starken Zuspruch hat, ließ aufhorchen. Im Höhenort wählten 46,6 Prozent der Wähler den CDU-Mann, während 31,8 Prozent für Kampmann votierten. Die weiteren Kandidaten, Christoph Scheuer (Grüne, 11,4 Prozent in Ramersbach) und der parteilose Axel Ritter (10,2 Prozent) blieben den ganzen Abend über für den Wahlausgang nicht entscheidend. Schnell übersprang dagegen Pascal Rowald die 50-Prozent-Marke und es deutete sich an, dass es schon am Sonntagabend zu einer finalen Entscheidung um den Bürgermeistersessel kommen könnte. Selbst die Ergebnisse aus Kampmanns Heimatort Bachem, wo dieser mit 41,7 Prozent sogar vor Rowald landete, konnten den CDU-Kandidaten nicht mehr unter die 50_Prozent-Marke drücken. Als am Ende alle 24 Wahlbezirke ausgezählt waren, hatten 7.321 Wähler und damit 52,9 Prozent für Rowald votiert. Kampmann kam auf 23,2 Prozent und gab zu Protokoll, dass er schon mit einem besseren Ergebnis gerechnet hätte. Über 16,5 Prozent freuen konnte sich Grünen-Kandidat Christoph Scheuer, der nach eigenen Worten wohl auf die richtigen Themen gesetzt hatte. Axel Ritter, der sich schon früh am Abend aus dem Ratssaal verabschiedet hatte, kam am Ende auf 7,5 Prozent, holte aber auch mehr als 1.000 Stimmen.
Parallel schauten die Gäste auf das Geschehen im Land und dabei vor allem im Wahlkreis 14, wo es an Spannung mangelte. Denn hier kam CDU-Kandidat und Rowald-Vorgänger Guido Orthen auf satte 49,4 Prozent der Stimmen. Mehr als 16.400 Ahrkreisbürger aus Kreisstadt, Grafschaft und den Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau votierten für Orthen, der zugab, keinen Plan B für ein mögliches Scheitern in der Tasche gehabt zu haben. SPD-Kandidat Thomas Meyer kam als Zweiter auf 19,5 Prozent der Stimmen, 13,5 Prozent der Wähler votierten für Martin Kallweit (AfD). Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 14 lag bei 69,9 Prozent.