Für Bürgermeister Guido Orthen (m.) gab es zum Abschied einen Zapfenstreich.
Letztmalig nahm der scheidende Bürgermeister neue Wehrleute auf.
BAD NEUENAHR-AHRWEILER. TW. Das war schon mal eine faustdicke Überraschung für den scheidenden Bürgermeister von Bad Neuenahr, Guido Orthen (CDU): Zum Kameradschaftstag der kreisstädtischen Wehren im Gerätehaus von Bad Neuenahr hatte die Wehr die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler verpflichtet, um dem Stadtoberhaupt nach 16 Jahren im Bürgermeistersessel für sein fortwährendes Engagement zugunsten einer modernen Wehr mit drei Löschzügen und mehreren Löschgruppen zu danken. Da war der Große Zapfenstreich gerade gut genug. Durchaus möglich, dass dies nicht die letzte Überraschung für Guido Orthen auf dem Weg zum neuen Arbeitsplatz war.
Am 15. Mai wechselt der Bürgermeister als CDU-Abgeordneter in den rheinland-pfälzischen Landtag, das Mandat in seinem Wahlkreis hatte er mit großer Mehrheit gewonnen. Ab diesem Tag übernimmt der Erste Beigeordnete Peter Diewald die Stadtspitze, ehe ab dem 1. Juli der designierte Bürgermeister Pascal Rowald (CDU) neuer Chef im Rathaus der Kreisstadt wird. Bis zu seinem letzten Arbeitstag gilt, sich noch aus einer Vielzahl von Ämtern zu verabschieden. Denn Bürgermeister Guido Orthen füllt, teils automatisch durch das Bürgermeisteramt, wie bei der Leitung der Feuerwehr, teils darüber hinaus zahlreiche Ämter und Funktionen aus, erklärt Stadtsprecherin Franziska Düngen.
Düngen nennt einige Beispiele, wie Funktionen beim Gemeinde- und Städtebund, beim Städtetag und beim Tourismus- und Heilbäderverband. Die Liste ist lang, Orthen gehört dem Vorstand des CDU-Kreisverbands an, ist stellvertretender Kreisvorsitzender bei Donum Vitae oder Mitglied des Kommunalbeirats der GVV-Kommunalversicherung. Er nimmt Ämter in der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald und im Kommunalen Arbeitgeberverband Rheinland-Pfalz wahr. Natürlich hat der Bürgermeister auch Führungspositionen in den Tochtergesellschaften der Stadt. „Während die mit dem Bürgermeisteramt verknüpften Tätigkeiten mit dem Ende des Amtes ebenfalls auslaufen, ist dies bei den zusätzlichen Tätigkeiten eine individuelle Entscheidung“, so die Stadtsprecherin.
In Planung sei derzeit der offizielle Termin der Ernennung, Vereidigung und Einführung des neuen Bürgermeisters. Klar ist, dass der Übergang recht unspektakulär vonstattengehen wird: „Trotz der Übergangszeit im Rathaus werden alle Aufgaben wie gewohnt bearbeitet und das Tagesgeschäft weitergeführt, sodass es für die Bürgerinnen und Bürger, zum Beispiel bei der Bereitstellung städtischer Dienstleistungen im Bürgerbüro oder beim Kontakt zu den jeweiligen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern, durch den Wechsel an der Stadtspitze keine Einschränkungen geben wird. Parallel laufen bereits die Vorbereitungen im Rathaus, um den Amtswechsel und eine möglichst reibungslose Übergabe aller Themen und Aufgaben an den neuen Amtsinhaber zu gewährleisten“, so Franziska Düngen.
Wenn Guido Orthen Schreibtisch und Büro räumt, will er seinem Nachfolger einen aufgeräumten Arbeitsplatz übergeben. Mitnehmen wird er eine Reihe persönlicher Gegenstände, darunter einige Bilder, verriet die Stadtsprecherin. Für Guido Orthen steht derweil fest, dass es sich bei der Feuerwehr um ein Team mit „Superkräften“ handelt: „Eure Superkräfte sind Professionalität, Zusammenhalt, Vertrauen und eine tiefe innere Überzeugung, dass das, was ihr tut richtig, gut und wichtig ist. Orthen vergaß auch die Kameradschaft als weitere Superkraft nicht.