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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 2/2021
Aktuelles
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Die Postkarte hat ihre treuen Fans

Maria Kuttig (l.) und Rita Keller initiierten eine Postkartenserie in Lantershofen.

„Schreib mal wieder“ ist Motto in Lantershofen

LANTERSHOFEN. TW. Die Zahl der geschriebenen Postkarten geht in Deutschland kontinuierlich zurück, und das schon seit Ende der 1990er Jahre. So jedenfalls registriert es die Post. Heute sind die elektronischen Medien zur Übermittlung von Grüßen gefragt. Das Bild vom Kölner Dom oder Schloss Neuschwanstein ist halt in mittlerweile bester Qualität per whattsapp oder Instagram sofort versendet, auf Wunsch auch Hunderte Male. Ganz zu schweigen von den Motiven, die es auf Postkarte gedruckt gar nicht gibt. Und kostengünstiger ist der Smartphone-Versand allemal. Aber ist es auch so persönlich, wie eine Postkarte? Die ist längst noch nicht vom Markt verschwunden und hat auch heute noch ihre treuen Fans. Zwar sinkt die Zahl der versendeten Grüße von Jahr zu Jahr, aber allein im Jahr 2018 registrierte die Post noch 155 Millionen Postkarten, die nach, aus und innerhalb von Deutschland verschickt wurden. Das sind zwar rund fünf Prozent weniger, als ein Jahr zuvor, aber statistisch hat immer noch jeder Bundesbürger knapp zwei Postkarten pro Jahr versendet.

Gut möglich, dass der Schreibspaß in Zeiten von Lockdown und eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten eine Renaissance erlebt. Das hoffen auch die beiden Lantershofenerinnen Rita Keller und Maria Kuttig. Sie hatten sich im Jahr 2019 im Rahmen der örtlichen 1000-Jahr-Feiern stark engagiert und das über zwei Jahrzehnte ruhende Veranstaltungsformat „Lantesche für Lantesche“ wiederaufleben lassen. Inspiriert von dem Festreigen, der ihnen und vielen Menschen zum einen viel Freude gebracht und zum anderen die Geschichte und Kultur des Dorfes Lantershofen vermittelt hat, kam die Idee einige besondere Aspekte in Postkartenform lebendig zu erhalten. Unterstützt von Elmar Zillgen und Helmut Kuttig wurden in diesem Jahr sieben besondere Motive ausgewählt und diese in Kartenform umgesetzt. Die Motive könnten unterschiedlicher nicht sein. Da sind zum einen historische Dokumente, sie zeigen die Schenkungsurkunde über „Lanterishoffe“, dass König Heinrich im Jahr 1019 dem damals jungen Kloster zu Bamberg schenkte oder das Krönungsbild aus dem Regensburger Sakramentar, dass König Heinrich II. dem Bamberger Dom stiftete. Die Skizze eines Grenzgängers aus einem Protokoll des Jahres 1523 wiederum erinnert an den Banngang an der Grenze zwischen Lantershofen und Ahrweiler. Die weiteren Motive zeigen Zillgens skizzierte Sicht auf Lantershofen im Wandel der Zeit, das „Fliegende Dach“ als markantes Bauwerk am 2015 initiierten Birnenrundwanderweg, das 200 Jahre alte „Anwesen Scholl“ in sommerlicher Blütenpracht und den im Sommer 2020 rot illuminierten Lantershofener Winzerverein, der vor einem Pandemie bedingten Untergang der Kunst- und Kulturwirtschaft warnt.

„Mit dem Verkauf der Karten möchten den Verein Kulturlant in diesen schwierigen Zeiten unterstützen und auch unser gemeinsames kulturelles Erbe erhalten“, sagen die beiden Initiatorinnen unisono. Die Karten sind zum Stückpreis von zwei Euro oder als Siebener-Set für zwölf Euro erhältlich. Interessenten können Karten per Email über postkarten@kulturlant.de bestellen.