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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 21/2022
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Keine Buden mehr für einen Weihnachtsmarkt

Der Vorstand der Werbegemeinschaft Ahrweiler in der flutgezeichneten Altstadt.

Im Restaurant "La Perla" kamen mehr Mitglieder als gewöhnlich zur Jahreshauptversammlung zusammen.

Werbegemeinschaft Ahrweiler strebt Fusion mit Aktivkreis Bad Neuenahr an

AHRWEILER. TW. Nach zwei Corona-Jahren und der Flutkatastrophe im Ahrtal, die auch die meisten Geschäfte in Ahrweiler traf, ist die Stimmung unter den Gewerbetreibenden gespalten. Während sich bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Ahrweiler unter den Anwesenden Aufbruchsmentalität zeigte, haben andere es noch nicht einmal geschafft, ihre Fassaden oder Schaufenster zu reinigen. „Obwohl Händler oder Immobilienbesitzer dafür Zeit genug hatten“, äußerte der Zweite Vorsitzende, Henrik Geschier, in seinem Jahresbericht Unverständnis. Die, die zur Versammlung ins Restaurant La Perla gekommen waren, sind jedenfalls guter Dinge, Ahrweiler wieder so attraktiv zu machen, wie es einmal war. Schon jetzt zeige sich gerade an den Wochenenden, dass es wieder eine hohe Zahl von auswärtigen Besuchern gebe. Viele von ihnen wollen wissen, was auch den Gewerben geworden ist. Infotafeln am Markt, die Auskunft geben, wurden in der Versammlung vorgeschlagen.

Man plant aber auch wieder für die mittelfristige Zukunft. Dabei gibt es ein großes Problem mit dem einst so beliebten Weihnachtsmarkt: es gibt keine Buden mehr. Einen Vermieter sind die Buden in der Flutnacht abhandengekommen, ein anderer hat seinen Bestand verkauft. Neue Buden sind teuer, auch in der Miete. Eine Umlage der Miet- oder Anschaffungskosten auf die oftmals im Nebenerwerb agierenden Marktbeschicker würde diese von Engagement auf dem Weihnachtsmarkt abhalten. Nun will man umsetzen, was in Andernach bereits erfolgreich läuft und statt einer Budenstadt die ganze Stadt zum Weihnachtsmarkt machen.

Mehtap Turan berichtete von Holzkonstruktionen, mit denen Fassaden individuell gestaltet werden können. Turan ist nicht nur mit ihrer Modemanufaktur in Ahrweiler Mitglied der dortigen Werbegemeinschaft, sie steht auch der Vereinigung der Gewerbetreibenden in Andernach vor. Von dort berichtete sie über viele Aktivitäten, die dazu führten, dass sich immer mehr Händler in der Bäckerjungenstadt ansiedeln. Die Versammlung hörte aufmerksam zu, man kann sich durchaus auch in Ahrweilers derzeitiger Aufbruchsstimmung mehr Aktivität vorstellen. In der Rotweinmetropole wissen viele Besucher aber noch nicht einmal, dass es an der Friedrichsstraße die Pop-up-Mall gibt, weil keine entsprechende Ausschilderung vorhanden sei.

Unterdessen soll die Zukunft der Werbegemeinschaft Ahrweiler noch eine gravierende Veränderung mit sich bringen. Man denkt offen über den Zusammenschluss mit dem Aktivkreis Bad Neuenahr nach. Das berichtete der Vorstand auf Nachfrage. Demnach soll es am 8. Juni entsprechende Gespräche im Rathaus geben, wo die Machbarkeit und mögliche Rahmenbedingungen zum Vorschlag kommen sollen. Nachdem sich in Bad Neuenahr bereits eine satte Mehrheit der Mitglieder für vorbereitende Planungen zu einem Zusammenschluss ausgesprochen hat, gab nun auch die Versammlung in Ahrweiler grünes Licht für derartige Planungen. Mit ebenfalls großer Mehrheit stimmte man dafür, den Vorstand für solche Planungen zu beauftragen.