Beste Stimmung in den Weinbergen.
Vor allem am Samstag wurde es richtig voll an den Ständen.
AHRWEILER. TW. Mitten in der vierwöchigen Veranstaltung des Weinfrühlings Mittelahr ploppten am vergangenen langen Wochenende auch knapp ein Dutzend Weinstände in der Lage Ahrweiler Rosenthal auf. Mit Blick auf die historische Ahrweiler Altstadt konnten sich Wein- und Wanderfreunde auf einen Rundweg begeben, der sie an den Ständen von insgesamt neun Weingütern vorbeiführte. An der Urbanuskapelle konnte an den Abenden ein jeder, der noch nicht genug von der Weinwanderung hatte, in einer AfterWalkLounge zum entspannten Ausklang einkehren und dort die Weine und Sekte aller Gastgeber noch einmal verkosten. Vier Tage lang lockte der AhrWeinWalk mit einem Konzept, dass dem des Weinfrühlings Mittelahr in großen Teilen ähnelt.
Vorweggenommen: beide Veranstaltungen waren vor allem am Samstag richtig gut besucht. „Wir würden auch sagen, dass sich AhrWeinWalk und Weinfrühling sehr gut ergänzen. Gäste, die gewillt sind, mehr als die sechs Kilometer unserer Strecke zu wandern, haben über den Rotweinwanderweg einen optimalen Anschluss an den Weinfrühling“ machte Carola Welsch klar. Zahlreiche Wanderer und Weinliebhaber ließen sich bei beiden Veranstaltungen von den Winzern inspirieren, so die Veranstaltungsmanagerin. Allerdings gab es auch richtige AhrWeinWalk-Fans. So manch ein Weinliebhaber ließ sich übers Wochenende im Ahrtal nieder und machte sich gleich mehrmals auf den Weg in die Weinberge auf. „Die Hotels in der Stadt waren stark frequentiert, hatte die Ahrtal Marketing GmbH festgestellt. Carola Welsch hatte mit ihrem Team am Startpunkt des AhrWeinWalks vor allem am Samstag alle Hände voll zu tun. Dafür war der Feiertag am Donnerstag nicht ganz so stark besucht wie in früheren Jahren. In erster Linie lag das am durchwachsenen Wetter. Profiteure waren da eher die Gastronomen in der Ahrweiler Altstadt. „Aber es gab auch viele Leute, die sich vom Wetter nicht abhalten ließen und bei Kleidung und Ausrüstung vorgesorgt haben“, so Carola Welsch. Denn es machten auch zahlreiche Besucher von der Möglichkeit Gebrauch, das Starterpaket im Voraus zu buchen. Am Startpunkt der beiden Wanderstrecken unweit des Ahrtalbahn-Haltepunktes Ahrweiler Markt gab es für die Teilnehmer ein Glas, gefüllt mit Sekt von einem der gastgebenden Winzer, dazu eine Teilnahmekarte mit Gewinnspiel für schöne Preise von heimischen Gastgebern oder Erlebnisanbietern.
Komplett auf die Veranstaltung in den Ahrweiler Weinbergen fixiert war Natalia Marwig aus der Nähe von Mayen. „Wir sind zum dritten Mal hier“, berichtete sie nach abgeschlossener Weinwanderung. Mit dabei: Familie und Freunde, insgesamt zehn Personen. Drei von ihnen mussten fahren, die anderen Erwachsenen durften den Wein probieren. Andere Weinveranstaltungen im Ahrtal hatte die Gruppe bislang noch nicht besucht, sie sind alle vom AhrWeinWalk überzeugt: „Das ist was Besonderes hier. Die Atmosphäre, der Service und die Freundlichkeit, dazu die Weine, das ist alles erstklassig“, geriet die Weinliebhaberin nach der Wanderung förmlich ins Schwärmen. Natürlich komme sie auch nächstes Jahr wieder.
Die Gäste schienen teils weite Anreisen genommen zu haben. Regina Eckert, die beim Weingut Kriechel hinterm Tresen stand und half, hatte an den Tagen Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen am Stand. So seien schon am ersten Tag jede Menge Menschen aus dem asiatischen Raum auf dem AhrWeinWalk unterwegs gewesen. Dazu hatte sich auch spanisch sprechende Gäste vernommen und Dialekte aus ganz Deutschland. So ließ sich am Samstag eine größere Wandergruppe nieder, um singend mit Liedern von Nord- und Ostseeküste aufzuwarten.
Akzeptiert wurde von den meisten auch, dass Wein und Sekt aus dem Ahrtal nicht ganz billig sind. Es gebe zwar hin und wieder Gäste, die schon auf der Anreise mit günstigem Alkohol einstimmten, aber man habe nicht allzu viele fremde Weinflaschen oder Bierdosen gefunden“, so Carola Welsch. Das bestätigte auch Regina Eckert: „Ich hatte am Donnerstag nur einen Gast mit einem anderen Getränk am Stand und der hat sich von mir was anhören können“, meinte sie und ergänzte, dass zwar trotz kühlem Wetters erstaunlich wenig Rotwein getrunken wurde, dafür aber viele Gäste zu höherpreisigen hellen Weinen griffen, statt zu günstigeren Weinen.