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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 25/2020
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Fronleichnamsprozession auf Reisen

Trotz Regen fand am Niedertor einer von vier Segensgottesdiensten statt.

AHRWEILER. FD. Groß war die Enttäuschung über das Wegfallen der Fronleichnamsprozession aufgrund der Corona-Krise nicht nur bei den leitenden Köpfen der Kirche und den Ahrweiler Schützen, die an diesem Tag traditionell mit der Prozession durch die Stadt ziehen um im Anschluss das große Schützenfest zu begehen. Auch viele andere Gläubige würden auf diesen absoluten Höhepunkt im Kirchenjahr verzichten müssen. Denn bereits früh stand fest: Die Schützenfeste könenn genauso wenig stattfinden, wie die beliebte Prozession. Zu hoch wäre das Risiko einer Infektion in großen Menschenansammlungen.

Doch anstatt den Tag ohne Feierlichkeiten verstreichen zu lassen, machte man sich in Ahrweiler Gedanken darüber, wie eine mögliche Alternative im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten aussehen könnte. Für vier Segensgottesdienste entschied man sich schließlich, einen an jedem der vier Tore um möglichst vielen Ahrweiler Bürgern unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen die Möglichkeit zu geben, trotz ausfallender Prozession in der eigenen Hut einen Gottesdienst zu besuchen. Pfarrer Jörg Meyrer, so hatte man sich überlegt, würde im Abstand von jeweils einer halben Stunde mit der Monstranz und dem Allerheiligsten im Gepäck von Tor zu Tor fahren, um gemeinsam mit den Gläubigen zu beten und den Segen von Hut zu Hut zu bringen. Unterstützung erhielt er dabei schon im Vorfeld von vielen fleißigen Helfern, die den Hutengemeinschaften beim Bau der kleinen Altäre und weiteren Vorbereitungen behilflich waren.

Und obwohl das ungemütliche Wetter mit Regen und Wind nicht ganz mitspielen wollte, so fanden sich dennoch am Fronleichnamsmorgen gegen 7:30 Uhr Gläubige ein, um den Segensgottesdienst zusammen mit Pfarrer Jörg Meyrer zu feiern. „Der Himmel weint!“, merkte dieser angesichts des Regens an, und sprach damit sicherlich vielen der versammelten Schützen und Jungschützen aus der Seele, die zweifelsohne den Wegfall des Schützenfest betrauerten. Dennoch bemühte man sich um so viel Normalität wie möglich: Die uniformierten Schützen und Jungschützen sorgten für Böllern und Salutschüsse und auch die Dingelgruppe war im Einsatz. Ihr Ende fand die ungewöhnliche Fronleichnamsfeier am Ahrweiler Obertor, doch viele andere Stadtteile ließen sich zu ähnlichen Segensfeiern inspirieren.