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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 25/2020
Öffentliche - Ahrbrück
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Grüne Dächer in neuem Baugebiet

Stadtrat fasst Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Im Bülland“

HEIMERSHEIM. TW. Wer demnächst am Ortsrand von Heimersheim nahe der Landskroner Festhalle und gegenüber dem Sportplatz bauen möchte, wird ökologisch einiges beachten müssen. Der Stadtrat fasste nun den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Im Bülland“ (6. Änderung). Dabei soll beim Kauf eines Grundstücks im Kaufvertrag mit der Stadt festgeschrieben werden, dass das Dach des künftigen Hauses begrünt oder mit einer Photovoltaikanlage versehen werden muss. Alternativ kann aber auch der Bau einer Regenwasserzisterne mit einem Fassungsvermögen von mindestens 5000 Litern festgelegt werden.

Bei den abschließenden Beratungen, die übrigens in Sichtweite des neuen Baugebietes, nämlich in der Landskroner Festhalle stattfanden, ging die CDU mit ihrer Idee der Festschreibung ökologischer Punkte in den Kaufverträgen auf einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen ein. Die hatten eine Festschreibung von Gründach oder Photovoltaik im Bebauungsplan erreichen wollen. Peter Krämer (CDU) betonte, auch seine Fraktion habe „im Bewusstsein, dass unser Klima und der damit einhergehende Klimawandel konsequenterweise auch Verhaltens- und gesetzlicher Veränderungen bedarf“ zu diesem Thema sehr umfangreich beraten. Dass man dem Antrag der Grünen in der vorgelegten Form nicht folgen wolle, begründete Krämer mit einer daraus resultierenden weiteren zeitlichen Verzögerung der Umsetzung des Bauprojekts. Denn es wäre eine erneute Offenlage notwendig geworden.

Auf dem rund 1,1 Hektar großen Gebiet sind Bauplätze für ein gutes halbes Dutzend Ein- und Mehrfamilienhäuser mit zwei Vollgeschossen vorgesehen. Krämer begrüßte es, dass hier sowohl Mietwohnungsbau wie auch Einfamilienhäuser entstehen sollen. Hier solle der Klimaschutz zum Zuge kommen, solange er nicht zu einer Explosion der Kosten führt, wie auch Rolf Deißler (FDP) anmahnte. Grünen-Fraktionschef Wolfgang Schlagwein hätte die drei Alternativen mit Hinweis auf das Artensterben und den dritten Dürresommer in Folge zwar lieber im Bebauungsplan festgeschrieben, konnte sich letztlich aber auch mit der Lösung über die Kaufverträge anfreunden. Diese wurde dann bei einer Enthaltung von Peter Ropertz (CDU) auch so beschlossen. Schlagwein mahnte zugleich an, möglichst bald einen Grundsatzbeschluss zu fassen über ökologische Leitlinien für künftige Bebauungspläne. Und Krämer bat die Stadtverwaltung um Prüfung, ob es möglich sei, den Gründach-Besitzern über die Abwassergebühren beim wiederkehrenden Beitrag einen finanziellen Vorteil einzuräumen.