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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 25/2022
Amtliche Mitteilungen
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Ahr-Brücken: Stadtrat beschließt Reihenfolge des Wiederaufbaus

  • Priorisierung: Sechs Brücken sollen 2023 und 2024 realisiert werden
  • Für Ahrtorbrücke und Brücke Ringener Straße ist LBM zuständig

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Durch die Hochwasserkatastrophe am 14. und 15. Juli 2021 wurden im Stadtgebiet insgesamt 18 Ahrbrücken zerstört oder stark beschädigt. Die provisorischen Behelfsbrücken, die in den Monaten nach der Flut sukzessive errichtet worden waren, sollen in Zukunft durch dauerhafte Bauwerke ersetzt werden. Der Stadtrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung für das von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Gesamtkonzept, in dem neben der Bedeutung der Brücken auch eine entsprechende Priorisierung festgelegt wird.

Nach der zeitlichen Abfolge der Baumaßnahmen sollen alle Brücken innerhalb der nächsten sechs Jahre wiederaufgebaut werden. Die Prioritätenliste umfasst neben den 16 Brücken im Aufgabenbereich der Stadtverwaltung auch zwei Brücken, für die der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) zuständig ist: die Ahrtorbrücke (L 84) und die Brücke Ringener Straße (L 83). Diese beiden Ahr-Querungen sind Teil überregionaler Verbindungsstraßen und sollen wie vier weitere Brücken in der Stadt in den Jahren 2023 und 2024 verwirklicht werden.

Die Planungs-und Bauzeiten dieser sechs Brückenbauwerke werden im Folgenden etwas genauer vorgestellt:

Ahrtorbrücke (L 84) - zuständig ist der LBM

Der LBM hatte in den ersten Wochen nach der Flut eine zweispurige Fahrzeugbehelfsbrücke und im Bereich des Campingplatzes eine zusätzliche Fußgängerbehelfsbrücke gebaut. Letztere wird wenig frequentiert, zumal sie auch keinen barrierefreien Zugang ermöglicht. Der Stadtrat hatte schon in seiner Sitzung am 4. April 2022 beschlossen, dass eine neue Fußgängerbehelfsbrücke unmittelbar an der Fahrzeugbrücke errichtet werden soll.

Die Ahrtorbrücke ist ein essentieller Bestandteil der örtlichen und überörtlichen Verkehrswegeinfrastruktur. Darüber hinaus ist sie Teil des städtischen Rad- und Fußwegenetzes, so dass hier eine Kostenbeteiligung seitens der Stadt erfolgt.

Brücke Ringener Straße (L 83) - zuständig ist der LBM

Bei der Brücke L83 – Ringener Straße – konnte der LBM einige Wochen nach dem Hochwasser das südliche Widerlager wiederherstellen und eine Befahrbarkeit gewährleisten. Allerdings bedarf es weitergehender baulicher Veränderungen, um eine dauerhafte Nutzbarkeit zu gewährleisten. Auch diese Baumaßnahme hat aufgrund ihrer Bedeutung für das öffentliche und wirtschaftliche Leben in Bad Neuenahr-Ahrweiler höchste Priorität. Planung, Bau und somit auch die Kostentragung obliegen dem LBM allein.

Kurgartenbrücke

Die Kurgartenbrücke wurde durch die Flut zerstört. Sie soll zusammen mit der Kurgartenstraße von der Aufbau-und Entwicklungsgesellschaft wiederhergestellt werden. Im September 2021 wurde eine Fußgängerbehelfsbrücke zwischen der Georg-Kreuzberg-Straße und dem Kurpark errichtet. Die Kurgartenbrücke ist ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Verkehrswegeinfrastruktur im Stadtteil Bad Neuenahr. Diese Ahrquerung ermöglicht ein Flanieren zwischen Kurpark und Innenstadtbereich und ist somit essentiell notwendig, um den Tourismus- und Heilbadstandort „Bad Neuenahr“ zu sichern. Im Rahmen des Brückenbaus werden auch die Kurgartenstraße und der Platz vor der Martin-Luther-Kirche neugestaltet.

Landgrafenbrücke

An Stelle der zerstörten Landgrafenbrücke errichtete das THW im Auftrag der Stadt wenige Wochen nach der Katastrophe eine zweispurige Behelfsbrücke für Fahrzeuge, Radfahrerende und Fußgängerinnen und Fußgänger.

Aufgrund der Lage der Behelfsbrücke mussten Teilflächen der Klinik Kurköln und des Parkhauses in Anspruch genommen werden. Diese sollen nach Abschluss der Maßnahme wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. Die Behelfsbrücke soll bis zum Abschluss der Gesamtmaßnahme nutzbar sein. Der Ahrtalradweg muss während der Bauzeit umgeleitet werden.

St. Pius-Brücke

Die St.-Pius-Brücke wurde durch die Flut stark beschädigt, konnte aber als letzte verbliebene und nutzbare Verbindung zwischen den Stadtteilen Ahrweiler, Bad Neuenahr und Bachem mit Einschränkungen auch direkt nach der Flut genutzt werden. Allerdings bedarf es nun baulicher Instandsetzungsarbeiten, um eine uneingeschränkte und dauerhafte Nutzbarkeit sicherzustellen. Insbesondere gilt es die Brückenköpfe instand zu setzen und neue Geländer zu installieren. Eine mögliche Erneuerung der Gehwegkappen muss noch geprüft werden. Die St.-Pius-Brücke dient derzeit als Ausweichstrecke für Kfz für die Zeiten einer möglichen baubedingten Sperrung der Ahrtorbehelfsbrücke und der Brücke L83 – Ringener Straße.

Heppinger Brücke

Die Heppinger Brücke wurde durch die Flut vollständig zerstört. Einige Wochen nach der Flut wurde durch eine Behelfsbrücke die Querung der Ahr an dieser Stelle für den Kfz-, Rad- und Fußgängerverkehr wieder ermöglicht. Die Heppinger Brücke war vor ihrer Zerstörung Teil der einzigen Fahrradstraße in Bad Neuenahr-Ahrweiler und war zugleich auch wichtiger Bestandteil des überörtlichen Ahr-Radweges. Die Nutzung der Behelfsbrücke wird während der Bauzeit aufrechterhalten, lediglich zur Herstellung der Anschlussäste wird eine Sperrung des Abschnitts erforderlich werden.

Planung und Bau von Brücken in den Folgejahren

Die weitere Reihenfolge beim Wiederaufbau der Brückeninfrastruktur sieht für 2024/25 vor, die Josefsbrücke in Walporzheim und die Obertorbrücke wiederherzustellen. Gewünscht ist in diesem Zeitraum, auch eine Brücke am Bahnhof Heimersheim zu errichten. Derzeit wird hier untersucht, wie eine Ersatzbrücke ausgeführt werden kann oder ob Alternativen zu diskutieren sind. Bei alldem sind in diesem Bereich die Belange der Deutschen Bahn und des LBM (Bundesstraße) zu beachten

2025 und 2026 sollen folgende Brückenbauwerke folgen: Bachemer Brücke, Maria-Hilf-Brücke und Amseltalbrücke.

Des Weiteren sollen in den Jahren 2026 und 2027 geplant und gebaut werden: Ursulinenbrücke, Radwegebrücke Otlerstraße, Casinobrücke und Schwanenteichbrücke.

Zum Abschluss sollen in den Jahren 2027 und 2028 die Heckenbachtalbrücke und Greener Brücke das gesamte Maßnahmen-Paket beim Brückenbau vervollständigen.