Die beiden Rehkitz-Geschwister verbringen die Zeit der Mahd geschützt in einer Box, bevor sie an ihrem Fundort wieder freigelassen werden.
Ahrweiler. Mit dem Ende der Frühjahrsmahd zieht die Kreisgruppe Ahrweiler im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz eine positive Bilanz der diesjährigen Rehkitzrettung. Dank des Einsatzes von Jägern, Drohnenteams und Helfern konnten auch 2026 zahlreiche Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter vor dem Mähtod bewahrt werden.
In den frühen Morgenstunden werden die Flächen systematisch mit Wärmebilddrohnen abgeflogen. Die Technik macht die im hohen Gras verborgenen Jungtiere sichtbar. Helfer bergen die Tiere vorsichtig und bringen sie außerhalb des Gefahrenbereichs in Sicherheit. Nach Abschluss der Mäharbeiten werden die Kitze wieder freigelassen, damit sie von ihren Muttertieren angenommen werden können.
„Der Erfolg der Rehkitzrettung im Kreis Ahrweiler beruht auf der bewährten Zusammenarbeit von Landwirten, Kitzrettungsvereinen und Jägern“, betont Christian Mildenberger, Pressesprecher der Kreisjägerschaft. „Da Mähtermine häufig kurzfristig festgelegt werden, sind eine gute Abstimmung und eine hohe Einsatzbereitschaft aller Beteiligten unverzichtbar.“ Neben den Jagdpächtern leisten regionale Rettungsvereine einen enormen Beitrag. Diese ehrenamtlichen Teams verfügen über Fachwissen und Erfahrung im Umgang mit Wildtieren. An Naturbesucher richtet die Kreisjägerschaft den Appell, vermeintlich verwaiste Rehkitze niemals anzufassen oder mitzunehmen. Das kann für die Jungtiere lebensgefährliche Folgen haben.
Die Wildtierrettung Eifel e.V. flog in dieser Saison bislang 384 Felder mit einer Gesamtfläche von 374 Hektar ab und konnte dabei 66 Rehkitze sichern, berichtet Jana Kröger, die sich als Jägerin im Verein engagiert. Auch die Rehkitzretter Rhein-Ahr blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück: Das Team begleitete landwirtschaftliche Partner bei der Silage- und Heumahd und flog dabei über 700 Hektar Wiesenflächen ab. Bereits vor einigen Wochen wurde die Marke von mehr als 50 geretteten Rehkitzen überschritten. Zusammen mit den Einsätzen der örtlichen Jagdpächter ergibt sich eine beeindruckende Bilanz: Die Kreisgruppe geht davon aus, dass bereits jetzt mehr als 200 Rehkitze vor dem Tod durch Mähwerke bewahrt werden konnten. Hinzu kommen zahlreiche weitere Wildtiere wie Junghasen und Bodenbrüter.
Die Kreisgruppe Ahrweiler bedankt sich bei allen Helfern für den ehrenamtlichen Einsatz. Ihr Engagement zeigt, wie Naturschutz und Landwirtschaft erfolgreich verbunden werden können.