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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 28/2020
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-ANZEIGE- Wo lokale Einkaufs-Tradition und Onlinehandel zusammentreffen

Online und lokal shoppen schließen sich schon lange nicht mehr aus – Krisenmonate zeigen Chancen und Möglichkeiten auf

KREISSTADT. FD. Seit mehreren Monaten ist Corona nun schon ein Thema, wenn nicht das bestimmende Thema in Deutschland. Auch wenn sich nicht mehr täglich die Nachrichten überschlagen, die Zahlen zurückgehen und wieder so etwas wie eine neue Routine eingekehrt ist, so ist das Virus doch nach wie vor ein Thema, insbesondere für diejenigen, die auf hohe Umsatzeinbußen zurückblicken. Der Einzelhandel hat Mittel und Wege suchen müssen, um sich trotz Schließungen und Einschränkungen zu behaupten und seine Kunden mit innovativen Ideen und verlässlichem Service bei Laune zu halten. Wenn Corona doch insgesamt wenig positive Nachrichten im Gepäck hatte, so bot sich dennoch eine nie dagewesene Möglichkeit, den Wert und die Verlässlichkeit lokaler Online-Shops als zweites Standbein zu testen. Davon, wie das funktionieren kann und welche Möglichkeiten aber auch Grenzen die Verzahnung des stationären mit dem Online-Handel bietet, berichten zwei Ahrweiler Einzelhändler.

Der www.babyonlineshop.de des Ahrweiler Traditionsgeschäftes Haus des Kindes Stockert in der Niederhut ist schon lange im Netz zu finden, genauer gesagt seit 1998 und sieht sich damit zurecht mit ein wenig Stolz als Pionier. „Wir haben sehr früh die gravierende Bedeutung des Onlinehandels erkannt, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben“, erzählt Betriebsleiter Christopher Jenal. Durch den Online-Auftritt erreicht das breite Angebot aus Kinder- und Babyausstattung und inzwischen sogar Möbeln und Freizeitartikeln einen größeren Kundenkreis. Ein enormer Vorteil in der plötzlichen Krise, in der es dem Haus des Kindes Stockert zunächst nicht besser erging als den meisten anderen Geschäften: Drastischer Einbruch der stationären Umsätze bei laufenden Fixkosten. Doch ein Geheimnis des Erfolges sieht die Geschäftsleitung in den Mitarbeitenden, die teilweise bereits seit 20 Jahren „mit Leib und Seele“ dabei sind. Und ihrem großen Teamgeist und gemeinschaftlich hohen Einsatz sei es auch zu verdanken, dass mit vereinten Kräften der gesamte Handel schnell und effektiv auf das Online-Geschäft umgelegt werden konnte. Und das wurde dankbar angenommen. „Wir haben eine deutlich höhere Nachfrage nach Freizeitartikeln und Home & Living-Produkten verzeichnet, getreu dem Motto: zuhause bleiben müssen, Ja – aber dann das Beste daraus machen“, berichtet Christopher Jenal. Auch die Vermieter, das Ehepaar Gisela und Michael Geschier, hätten zum großen Glück des Geschäftes mit einer Mietminderung zusätzliche finanzielle Erleichterung gebracht. „Sie haben erheblich dazu beigetragen, dass wir so gut durch diese Zeit gekommen sind!“, betont er. Das Ergebnis spricht für sich: Keine Kurzarbeit, kein Personalabbau. Mit der Wiedereröffnung des Ladens kann es langsam wieder aufwärts gehen mit günstigen Preisen und kompetenter Fachberatung on- wie offline.

Der Online-Shop zum Hundefachgeschäft cumCura (www.cumcura.de) auf der Wilhelmstraße existiert bereits seit 2004 und ist somit älter als das stationäre Geschäft, das 2009 Eröffnung feierte. Geschäftsführerin Martina Häring sieht im Online-Handel eine gute Möglichkeit, größtmögliche Flexibilität für eine gerade in Corona-Zeiten stetig wachsende Zahl individueller Kundenwünsche zu bieten: „Der eine hat Angst davor, in den Laden zu gehen, der Andere kann die Öffnungszeiten nicht einhalten, der Dritte will eine intensive Beratung oder nicht schwer schleppen müssen. Der Online-Handel und das Geschäft ergänzen sich da ganz hervorragend.“ Online alleine sei aber kein geeigneter Rettungsschirm, wenn man nicht das Glück habe, auf ein bereits bestehendes und eingespieltes System zurückgreifen zu können. „Es dauert Jahre, funktionierende Online-Strukturen mit einem überschaubaren Budget aufzubauen“, so sagt sie, ein Aufwand, den (fast) kein Geschäft zur Überbrückung in Rekordzeit leisten könne. Und auch das ganze Einkaufserlebnis könne die Website nicht ersetzen. Anfassen, riechen, schauen und sich beraten lassen – der direkte Kontakt ist den Kunden auch im Tierbedarfshandel wichtig und führt nicht zuletzt dazu, dass cumCura seinen Kundenstamm bis in den Großraum Köln-Bonn/Aachen und Eifel ausweiten konnte. Ein Online-Lieferservice ermöglichte dem Geschäft dennoch die Überbrückung der akuten Phase. So konnte der Verlust, der laut Martina Häring vor allem durch den Wegbruch von Umsätzen im Zubehörbereich entstand, merheitlich wenn auch nicht vollständig aufgefangen werden. Inzwischen sei aber das Geschäft wieder angesagt, erklärt Martina Häring. Egal ob vor Ort oder im Internet, das Ziel bleibt für sie das gleiche: „Speziell in Corona-Zeiten wünschen sich die Leute solide Angebote, wirtschaftlich sichere Partner und Einkaufsmöglichkeiten– ein Stück Normalität eben.“