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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 28/2021
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Deutlich teurer, deutlich größer

Die Nordseite der Schule wird sich verändern und einen Anbau erhalten.

Stadtrat stimmt für Grundschulsanierung und Anbau in Bad Neuenahr

BAD NEUENAHR. TW. Jetzt steht es fest: die Bad Neuenahrer Grundschule, die zu klein geworden ist, wird nicht durch einen Neubau ersetzt. Vielmehr hat sich der Stadtrat mit großer Mehrheit für eine Sanierung und einen Anbau auf der Nordseite entschieden. Weil der Schulbetrieb künftig durchgängig fünfzügig wird, bedarf es allein 20 Klassenräumen. Schon im kommenden Jahr soll mit der Umsetzung begonnen werden.

Bei seiner Entscheidungsfindung priorisierte der Stadtrat in erster Linie das zu erwartende Volumen einer sanierten und erweiterten Grundschule und stellte damit auch die pädagogischen Möglichkeiten vor die Kosten. Denn ein Neubau einer Grundschule würde die Stadt und die Zuschussgeber nicht nur günstiger kommen, vor allem bei den Folgekosten stünde ein Neubau deutlich besser da. Aber der wäre auch deutlich kleiner. Die Entscheidung sei demnach nicht einfach gewesen, so Bürgermeister Guido Orthen (CDU). Immerhin stimmten 28 Ratsmitglieder für die nun gewählte Variante einer Sanierung mit Anbau an der Nordseite, nur vier priorisierten eine andere der insgesamt vier vorgestellten Varianten. Der Anbau soll zweigeschossig werden und die Gesamtnutzfläche um 764 Quadratmeter erweitern. Acht neue Klassenzimmer und zusätzliche sanitäre Einrichtungen sind hier geplant, der Raum hin zur Weststraße bietet genügend Platz. Zusammen mit der Sanierung geht Architekt Michael Unger von einem Kostenvolumen von 13,9 Millionen Euro aus, wenn zügig mit der Umsetzung begonnen werde.

Die räumlichen Unterschiede zwischen Neubau und Sanierung sind riesig. Heute sind die Klassenzimmer, auch aufgrund der Beschränkung auf 24 Schüler kleiner, als dies noch vor 60 Jahren der Fall war. Der Bau der jetzigen Grundschule liegt so lange zurück, 1964 war Einweihung. Die neue Planung geht von einer Nutzfläche von 4.300 Quadratmetern nach Fertigstellung aus, bei einem Neubau wären am Ende 3.100 Quadratmeter zusammengekommen. Trotz der dann größeren Schule bleiben im südlichen Bereich des Geländes rund 1.200 Quadratmeter bebaubare Fläche übrig. Hier könnte Wohnbebauung entstehen, mit dem ein Teil der Kosten für Sanierung und Anbau gedeckt werden könnten. Und noch ein Vorteil der Variante: da ein Teil des Bestands mit Toiletten abgebrochen wird, wird es künftig nur einen großen Schulhof geben. Bislang gab es zwei Schulhofbereiche. Zudem birgt die größere Nutzfläche mehr Spielraum für moderne pädagogische Konzepte, so Orthen. Bei der Sanierung und Erweiterung können die Räume im Kellergeschoss mit genutzt werden, zudem wird auch die bestehende Aula beibehalten.

Die Schulentwicklungszahlen, die der Stadtrat in gleicher Sitzung zur Kenntnis nahm, geht in den nächsten Jahren von einer kompletten Fünfzügigkeit der Grundschule Bad Neuenahr aus, was zu einem deutlich größeren Raum- und Flächenbedarf führt. Der Erweiterungsbedarf beläuft sich auf 702 Quadratmeter, der sich aus fünf Unterrichtsräumen von je 60 Quadratmetern, einer 210 Quadratmeter großen Schulmensa für 225 zur Mittagsverpflegung angemeldete Schüler, drei 60 Quadratmeter großen Räumen für die Bibliothek, die Betreuende Grundschule und Differenzierungsräume sowie einem zwölf Quadratmeter großen Zimmer für die Schulsozialarbeit zusammensetzt. Dem wird mit dem Anbau deutlich Rechnung getragen.

Für die CDU-Fraktion betonte Dr. Annette Gies, man habe künftig eine Schule, die im Verhältnis zu einem Neubau deutlich mehr Quadratmeter Nutzfläche bietet, Flurflächen zur Umgestaltung bietet und durch einen Anbau von Klassenräumen und eines Mensagebäudes komplettiert wird, sodass ausreichend Möglichkeiten zur Neugestaltung gegeben seien. „Auch wenn die Kosten für diesen Erweiterungsbau die Kosten eines Neubaus übersteigen und wir den städtischen Haushalt dadurch in verträglichem Maße stärker belasten, bietet aus unserer Sicht das aktuelle Gebäude mehr Spielraum, um pädagogische Konzepte umzusetzen, als ein Neubau. Hier wird ein konstruktives Miteinander und Mitdenken von allen Seiten sicherlich zu sehr guten Ergebnissen führen und das erfolgreiche pädagogische Arbeiten der Schule fortsetzen“, so Gies.

Dass es sowohl für Sanierung, als auch für Neubau gute Argumente gebe, unterstrich SPD-Fraktionschef Werner Kasel: „Die Notwendigkeit eines fünfzügigen Ausbaus, unterstrichen durch die Hinweise der zukünftigen Schulentwicklungsplan, lässt keine ernsthafte Alternative erkennen.“ Die SPD stimmt daher nicht geschlossen für die Sanierungsvariante, zwei Stimmen gab es für einen Neubau. Mit dem Beschluss für die Sanierung und Erweiterung lege man den Grundstein für eine weitere Investitionen im schulischen Bereich in der Größenordnung von mehr als 11 Millionen Euro, meinte Alfred Förner (FWG) und betonte als entscheidenden Argument, dass durch den Erhalt des Bestandes eine Vielzahl von sehr großen, hellen Klassenräumen erhalten bleibe. „Mit der Sanierung und Erweiterung bleibt ein seit vielen Jahren im Stadtbild von Bad Neuenahr vertrautes Gebäude erhalten“, so Förner.

Wie vor allem der Neubau aussehen wird, soll möglicherweise ein Architektenwettbewerb entscheiden. Über einen solchen muss der Stadtrat noch befinden, zunächst aber muss die schulbehördliche Genehmigung erfolgen.