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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 28/2021
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Hilfsgelder für Starkregenopfer

Schlamm und Geröll ergossen sich in der Nacht zum 20. Juni über Straßen in Heimersheim.

Stadtrat gibt 20.000 Euro frei – Unbürokratische Abwicklung

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. TW. Nachdem sich in der Nacht zum 20. Juni über Heimersheim drei Gewitterzellen in Form von Starkregen entluden und Schlamm und Geröll in den Ort spülten, hat der Stadtrat unbürokratische Hilfen für die Opfer beschlossen. Wie schon nach den Unwettern im Jahr 2016 sollen die von Schäden betroffenen Einwohner Beträge zwischen 250 und 3.000 Euro erhalten, die aus dem Spendentopf „Alle unter einem Hut“ entnommen werden. Wem ein Schaden entstanden ist und wer eine Hilfsbedürftigkeit nachweisen kann, kann bei der Stadt einen formlosen Antrag stellen. Bei Schäden zwischen 1500 und 20 000 Euro werden, wenn der Betroffene versichert ist, fünf bis zehn Prozent der Schadenssumme übernommen. Besteht keine Versicherung, werden 15 Prozent der Schadenssumme ausgezahlt. Ist der Schaden höher, als 20.000 Euro, sollen fünf bis zehn Prozent, maximal aber 3.000 Euro ausgezahlt werden.

Weiterhin bedarf es eines Maßnahmenkatalogs zur Außengebietsentwässerung im betroffenen Bereich. Den soll die Verwaltung erarbeiten. Grundlage hierfür ist ein bereits erarbeitetes Hochwasserschutzkonzept, mit dem sich der Stadtrat in der zweiten Jahreshälfte befassen will. Dieses sieht auch Pläne für Regenrückhaltung vor. Unterdessen analysierte der Swisttaler Gutachter Professor

Lothar Kirschbauer am Tag nach dem Starkregen das Ereignis vor Ort. Kirschbauer sieht, dass ein relativer Schutz und damit eine deutliche Verbesserung der heutigen Situation durch die Kombination verschiedener Maßnahmen erreicht werden kann und empfiehlt, alle Beteiligten im Rahmen von Workshops und Ortsbegehungen an einen Tisch zu bringen. Stadt, Aufsichtsbehörden, Anwohner, Landwirte und planende Ingenieurbüros mit entsprechender Expertise und Ortskenntnissen sollten gemeinsam beraten, was möglich ist. Dabei könne nicht gegen das abfließende Wasser angekämpft werden, es müsse versucht werden, das Wasser zunächst in der Fläche zu halten und ihm dazu einen geordneten Weg zu weisen.