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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 29/2021
Aktuelles
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Fundament des Walporzheimer Bahnhofs abgesackt

Der Bahnhof Wallersheim soll ab- und in Kommern wieder aufgebaut werden.

Bahn plante Abriss, bis sich das Freilichtmuseum Kommern meldete

WALPORZHEIM. TW. 109 Jahre ist es her, da wurde in Walporzheim ein neues Bahnhofsgebäude errichtet. Der Bau im Jahr 1912 war notwendig geworden, weil die Trassenführung der Ahrtalbahn ein Jahr zuvor verlegt worden war und das bestehende Bahnhofsgebäude in der heutigen Domherrenstraße, dass von 1906 bis 1917 auch als Endpunkt der elektrischen gleislosen Bahn, einem frühen Oberleitungsbus-Betrieb nach Bad Neuenahr, rund 150 Meter von der neuen Bahnstrecke entfernt war. Damals wurde ein neues, eingeschossiges Bahnhofsgebäude gebaut. Das besteht größtenteils aus einem überdachten, aber nach zwei Seiten offenen Wartebereich, im dem unter anderem ein Fahrkartenautomat zu finden ist. Zudem beinhaltet das Gebäude einen weiteren Raum, der als Lager an die Walporzheimer Karnevalisten vermietet ist, und ein Stellwerk. Erreichbar ist der Walporzheimer Bahnhof über eine 30-stufige Treppe, einen Aufzug zum Erreichen einer möglichen Barrierefreiheit gibt es nicht.

Nun ist das Fundament des Gebäudes abgesackt. Große Sicherungsmaßnahmen gibt es aber nicht, es wurde lediglich ein Absperrband um Teile des Gebäudes herum gespannt. Auf Seiten der Bahn denkt man nun aber über einen Abriss des Altbestandes nach. Der wird in absehbarer Zukunft eh nicht mehr benötigt, da ein neues Stellwerk im Ahrweiler Bahnhof in Planung ist, dass die Aufgaben in Walporzheim, Dernau und Kreuzberg mit übernimmt. Dann würde eine einfache Unterstellmöglichkeit als Wetterschutz für die wartenden Fahrgäste ausreichen.

Mittlerweile gibt es aber auch einen Interessenten für das Gebäude. Das Freilichtmuseum in Kommern bei Euskirchen würde den Bahnhof gerne erwerben, abbauen und auf seinem Gelände wieder errichten. Entsprechende Pläne bestätigte Museumsleiter Dr. Josef Mangold auf Nachfrage: „Wir würden den Bahnhof sehr gerne übernehmen und in unseren Bereich ‚Markplatz Rheinland‘ integrieren“, so Mangold, der den Tipp vom möglichen Abriss des Bahnhofs von einer Mitarbeiterin der Bahn erhalten hatte. Es gab bereits eine Besichtigung vor Ort, bei der die Idee geboren wurden, den Bahnhof, wenn er denn nach Kommern kommt, in den Zustand der 1970er Jahre zu versetzen, unter anderem mit dem damals vorhandenen Fahrkartenschalter. Man wolle zeigen, wie ein solcher Bahnhof in einem kleinen Ort vor 50 Jahren funktioniert habe, betonte der Museumsleiter, der gerne auch die Apparaturen aus dem Stellwerk übernehmen und im Museum wieder aufbauen würde.

Auch seitens der Bahntochter DB Netz AG, in deren Besitz das Gebäude ist, bestätigte, dass man mit einem Interessenten für das Walporzheimer Bahnhofsgebäude in Gesprächen sei, ohne konkrete Namen zu nennen. „Sollte es mit einem Verkauf nicht klappen, dann ist ein Rückbau des Gebäudes geplant“, so eine Bahnsprecherin. Für Wolfgang Groß, den Sprecher der Freunde der Ahrtalbahn, ist ein „Umzug“ des Bahnhofs ins Museum eine gute Idee: „Ich finde das gut, zumal man das Gebäude in absehbarer Zeit nicht mehr benötigt“, so Groß.