Ein Blick durchs Fensterloch verrät viel.
AHRWEILER. TW. Auch fünf Jahre nach der Flutkatastrophe befindet sich noch längst nicht jedes Haus im ehemaligen Zustand. Die Gründe sind vielfältig. In der Ahrweiler Altenbaustraße 8, nur einen Steinwurf von der Stelle entfernt, an der sich Ministerpräsident Schnieder in der vergangenen Woche für das Versagen des Staates in der Flutnacht entschuldigte, wartet ein altes Fachwerkhaus auf neues Leben. Das steht entkernt und ohne Fenster da, Eisenmatten wurden im Erdgeschoss vor die Fensterlöscher montiert, um ungebetene Besucher zu verhindern. Die aber stehen seit Tagen vor den Fenstern, denn dort gibt es einiges zu sehen. Zum einen sind dort alte Bilder, Skizzen oder Pläne zu sehen, die die Geschichte des Hauses dokumentieren.
Zum anderen sind die Gründe aufgelistet, warum das Haus in seinem aktuellen Zustand ist. Dort liest der Betrachter, dass es noch viel zu tun gebe, um das 130 Jahre alte Haus fertigzustellen. Auch das Dach müsse gemacht werden und mit dem Wiederaufbau stehe ein Umbau an. Möglichst originalgetreu solle alles werden, das sei den Besitzern in der mittlerweile vierten Generation wichtig. Dort ist aber auch von niedrigen Kontoständen und hohen Bürokratierauflagen zu lesen, von Depressionen und Alleinverantwortlichkeiten, von Ängsten, Blocken und fehlender Energie. Und davon, dass am Ende des Tages immer alles noch viel länger dauere als gedacht.