Bürgermeister Pascal Rowald.
Bundeskanzler Friedrich Merz.
Rund 1.000 Menschen hörten auf dem Ahrweiler Markt die Reden zum Gedenken an die Flutkatastrophe.
Ministerpräsident Gordon Schnieder.
AHRWEILER. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal fand die Gedenkveranstaltung des Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Ahrweiler Marktplatz statt. 1.000 Menschen waren dort zugelassen, das Wort ergriffen Bundeskanzler Friedrich Merz, Ministerpräsident Gordon Schnieder und Bürgermeister Pascal Rowald. Vor allem die Worte des Ministerpräsidenten waren lange erwartet worden, sprach er doch die von ihm schon im Wahlkampf angekündigte Entschuldigung für das Versagen des Staates in den Tagen der Flutkatastrophe aus: „Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass so viele Menschen gestorben sind. Es war Fehlbarkeit, dass das Leid in dieser Schicksalsnacht nicht abgemildert wurde. Es ist das Versprechen und die Zusage des Staates, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Der Staat hat in der Frage und in dieser Nacht versagt. Dafür bitte ich als Ministerpräsident um Entschuldung.“ Worte, die viel Beifall nach sich zogen, wenn diese und auch das gesamte Auftreten der vielen Spitzenpolitiker vor allem in den sozialen Medien äußert differenziert besprochen wurden.
Schon am Morgen war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Ahrtal gekommen, um in Altenahr eine Ausstellung zu eröffnen. Im weiteren Verlauf des Tages nahm er an einer Kranzniederlegung für die Opfer der Flutkatastrophe auf dem Ahrtorfriedhof in Ahrweiler teil.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich am frühen Abend zunächst mit Vertretern aus Wirtschaft und Tourismus eine der vielen Baustellen des Wiederaufbaus im Bad Neuenahrer Kurpark angeschaut. Später in Ahrweiler sprach der Regierungschef vom Anspruch der Bundesrepublik Deutschland, keinen Menschen allein zu lassen in seiner Verletzlichkeit und in seiner Verwundbarkeit. Freiheit und Sicherheit bezeichnete Merz als Grundversprechen des Landes und der Gesellschaft. Es sei die Pflicht des Staates, Vorsorge zu treffen, wo Gefahren drohten, die die Vorsorgekraft des einzelnen übersteigen. Er dankte explizit der Blaulichtfamilie für ihren Einsatz im Ahrtal, erwähnte aber ebenso die Zehntausende unorganisierte Helfer.
Kreisstadt-Bürgermeister Pascal Rowald hatte die Anwesenden zunächst zu einer Schweigeminute unter dem Glockengeläut von St. Laurentius gebeten. Rowald erinnerte noch einmal an die unvorstellbare Wucht, mit der die Flut das Ahrtal getroffen hat. „Die Erinnerungen verblassen nicht, sie sollen auch nicht verblassen.“ Auch der Bürgermeister erinnerten an die vielen Helfer nach der Flut: „Solidarität hat Gesichter, Hände und vor allem Herzen.“