Titel Logo
Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 31/2020
Hauptthemen
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Burgunderfest kam auch als Mini-Ausgabe gut an

Rund 1.500 Wanderer machten sich auf dem Weinbergsweg auf von Weinstand zu Weinstand

BAD NEUENAHR. TW. Das hat es in 24 Burgunderfest-Jahren auch noch nicht gegeben: ein Fest, dass nach dem ersten Teil, also der Wanderung durch die Weinberge über Ahrweiler und Bad Neuenahr abgebrochen wird. Ohne große Abschlussparty mit Tanz in den Weinbergen über Bad Neuenahr, wo am Ende des Tages Tausende auf Strohballen sitzend mit den tollen Weinen von der Ahr eine Party feierten, die von ganz vielen Menschen das Prädikat „schönstes Weinfest der Ahr“ erhielt. Aber in Zeiten der Corona-Einschränkungen musste die Abschlussparty ausfallen. „Es ist gut, dass überhaupt etwas gemacht wurde“, meinte Elly Sion aus Siegburg. Die 36-Jährige war in den vergangenen Jahren stets mit ihrer Clique zu Gast, wenn die Weingüter Burggarten, Lingen und Sonnenberg zum Burgunderfest riefen. So wie sie dachten viele, die sich am Samstag bei bestem Wanderwetter einen schönen Tag an der Ahr machten.

Die Gastgeber hatten einiges verändern müssen, an den Ausschankstation gab es Einlasskontrollen, die Registrierung der Besucher war notwendig. Wer vom Haltepunkt Ahrweiler Markt in die Weinberge stieg, sah sich an der Urbanuskapelle erst einmal Absperrungen gegenüber. Aber die Aufnahme der Kontaktdaten funktionierte reibungslos, jeder Gast erhielt ein Armband, Glas und Wertmarken, dann konnte es losgehen. Schon an der ersten Station herrschte gute Stimmung, hier schenkte das Weingut Sonnenberg seine Burgunder aus. Dass die Gäste, die über den ganzen Tag verteilt hier ihre Wanderung starteten, es nicht bei einem Glas beließen, verstand sich fast von selbst. Dafür war es sitzend auf Strohballen oder unter der Pergola mit dem herrlichen Blick auf Ahrweiler auch zu gemütlich. Die Temperaturen waren angenehm, sowohl zum Wandern, wie zum Weingenuss, auch wenn sich die Sonne hinter Wolken versteckte. Das Duo „Soundkitchen“ sorgte für musikalische Unterhaltung und Organisatorin Michaela Wolff verlebte einen mehr oder weniger ruhigen Tag. Viele der Arrangements waren im Vorverkauf weggegangen, allein rund 600 über das Onlineportal. „Das sind in der Regel die mit längerer Anreise, die hier übernachten“, betonte Wolff die Bedeutung des Festes für die Gastgeber in der Region. Eine Begrenzung der Teilnehmerzahlen hatten die Ordnungsbehörden den Burgunder-Weingüter übrigens nicht auferlegt, aber die Corona-Verordnung begrenzt die Menschen auf einem Platz ja auf 350. „Da müssen wir aufpassen, dass das nicht überschritten wird“, so die Organisatorin, die von rund 1.500 Burgunderfestgästen über den gesamten Tag ausging.

In Höhe Lantershofen war die zweite Station aufgebaut, für viele gab es neben den Weinen von Peter Lingen hier Mittagstisch mit Pommes und Burgern. Man ließ sich am Wegesrand nieder und genoss den Blick über Stoppelfelder, Weinberge und die Kreisstadt. „Macht mal langsam, wir sind erst an der zweiten Station“, ermahnte eine Besucherin ihre Wandergruppe, nachdem diese am Weinverkauf noch einmal nachgelegt hatten. Die Gastgeber hinterm Tresen waren durch jede Menge Plastik gegenüber ihren Kunden geschützt.

Voll wurde es an der dritten Station oberhalb der Hemmessener Hütte. Hier schenkte das Weingut Burggarten aus, allmählich sah man den ersten Gästen die Strapazen von Wanderung in Kombination mit Burgunder an. Da ließ man sich gerne auch schonmal etwas länger auf den angrenzenden Wiesen nieder, während am Imbiss ein Schild darauf hinwies: „Letzte Verpflegungsstation.“ Bewusst hatte man am vierten Anlaufpunkt im Dellmich, wo die Burgunderweingüter mit einem gemeinsamen Ausschank aufwarteten, auf ein Speisenangebot verzichtet. Hier konnte man auch nicht mehr in die Veranstaltung einsteigen, wer noch kein Bändchen hatte, bekam auch nichts. „Wir haben es bewusst etwas ungemütlicher eingerichtet, damit sich das hier nicht zu einem Abschlussfest verselbstständigt“, machte Tanja Lingen deutlich. Denn mit dem Erreichen der vierten Station endete die Burgunderfest-Wanderung, nach der die Teilnehmer gebeten wurden, wieder ins Tal hinab zu steigen. Michaela Wolff ging unterdessen davon aus, dass das Burgunderfest in diesem Jahr kein Zuschussgeschäft wird: „Die großen Kosten entstehen ja auf der Festwiese, und die haben wir in diesem Jahr nicht aufgebaut.“