Axel Hausberg www.axelphoto.de - Markt Nr. 15 und 15a
von Karl Heinen
Der Heimatverein Alt Ahrweiler e.V. möchte in einer losen Folge die Gebäude des Ahrweiler Marktes, ihre Geschichte und deren architektonische Besonderheiten würdigen. Natürlich sind vereinzelte Bewertungen subjektiver Natur des Autors.
Markt Nr. 15 und Nr. 15a, Teil 2
Heute beschäftigen wir uns mit dem rechten Gebäudeteil (Nr. 15a).
Das Erdgeschoss ist unter Einbeziehung des Hauseingangs dreiachsig gegliedert. Die Gebäudekanten zu den Nachbarhäusern Nr. 15 und Nr. 16 werden durch rustiziertes Sandsteinmauerwerk besonders hervorgehoben. Insgesamt ist die Erdgeschossfassade schlicht gestaltet und wird durch zwei gleich große Fenster gegliedert, die jeweils von aufwendig profilierten Sandsteingewänden eingefasst sind. Über den Fenstern befinden sich hochkant gesetzte Bruchsteine, die der ansonsten zurückhaltenden Fassadengestaltung einen dekorativen Akzent verleihen.
Der beide Haustüren zusammenfassende Portikus wird von einem gotischen Stichbogen überfangen, einer insbesondere in der Spätgotik verbreiteten Bogenform. Eine außergewöhnlich hohe Freitreppe führt zu den Hauseingängen. Derartige hohe Haustreppen sind in Ahrweiler nur selten anzutreffen; vergleichbare Beispiele finden sich am Weißen Turm und am Deutschen Hof sowie am ehemaligen Haus Niederhutstraße Nr. 68, das 1980/81 abgebrochen wurde.
Das erste Obergeschoss wird durch drei gleich große Fenster geprägt, von denen sich das linke unmittelbar über dem Hauseingang befindet. Die Spitzbogenfenster weisen - ebenso wie am Nachbarhaus Nr. 15 - profilierte Sandsteingewände auf.
Das zweite Obergeschoss, das diesem Gebäudeteil seinen markanten Charakter verleiht, schließt mit einem hohen Stufengiebel ab. Die einzelnen Giebelstufen sind jeweils mit einem Dreipass geschmückt und verleihen dem Giebel eine äußerst repräsentative Wirkung.
Besonders prägnant ist die dreiteilige Fenstergruppe im zweiten Obergeschoss. Das mittlere Fenster ist als Spitzbogenfenster mit profilierten Sandsteingewänden ausgebildet, während die beiden flankierenden Öffnungen als hochrechteckige Fenster gestaltet sind. Allen drei gemeinsam ist die Verglasung aus kleinformatigen, bleigefassten Rauten, die den historischen Charakter der Fassadengestaltung zusätzlich betont und ihr eine feingliedrige Struktur verleiht.
Ein weiteres hervorzuhebendes Detail bildet der kleine Balkon, der von geschweiften, mit Dreipässen verzierten Konsolen getragen wird. Die Brüstung wird durch Zweischneuße akzentuiert, ein Motiv, das ebenfalls dem Formenkanon der Gotik zuzurechnen ist und die ornamentale Gesamtwirkung der Fassade konsequent fortführt.
Der Zwei- und Dreischneuß (auch Fischblase) sind ornamentale Figuren, die vor allem in der spätgotischen Architektur als Verzierung genutzt werden.
Fortsetzung folgt.