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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 36/2020
Aktuelles
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Konfrontation oder Schulterschluss?

Die transatlantischen Beziehungen nach den US-Wahlen

BAD NEUENAHR. Der 23. Atlantische Sommer, fand in diesem Jahr Corona-bedingt in virtueller Form statt. Das Thema: „Konfrontation oder Schulterschluss? Die transatlantischen Beziehungen nach den US-Wahlen“ war hochaktuell. Die erste Referentin des Tages, Constance Chucholowski, begann mit einem Rückblick auf die vier Amtsjahre von Präsident Donald Trump. Sie zeigte dabei sowohl die Erfolge Trumps als auch seine Misserfolge und Niederlagen auf. In den Ausführungen wurde deutlich, dass die Amerikaner und insbesondere die Anhänger des Präsidenten eine andere Sicht auf diese Zeit haben, als wir Europäer. Das erklärte auch die immer noch hohen Zustimmungswerte für Trumps Politik.

Nach einer Mittagspause wurde die Vortragsserie fortgesetzt durch Dr. Holger Janusch. Er widmete sich dem Thema: “America First oder Buy American? Die (Außen)Wirtschaftspolitik nach den Wahlen“. Hierbei ging es vor allem um den Wandel in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen, denen auch die USA unterliegen. Der Welthandel wird immer mehr geprägt durch Digitalisierung und Transnationalisierung; das heißt, die Rolle nationaler Unternehmen verliert zunehmend an Bedeutung und der Einfluss von Staaten und Regierungen auf ökonomische Prozesse im Weltmaßstab wird geringer. Trump glaubt mit seiner Politik „Amerika First“ dem entgegen wirken zu können. Der Redner machte deutlich, dass das ein großer Irrtum ist, der nur die internationalen Spannungen verschärft und auch der amerikanischen Wirtschaft auf Dauer schadet.

Im zweiten Vortrag des Nachmittags widmete sich Dr. Johannes Thimm dem Thema: „Weltordnungsmacht? Die US-Außen-und Sicherheitspolitik nach den Wahlen“. Dieser Komplex befasste sich vor allem mit der Aufkündigung vieler mühsam ausgehandelter internationaler Verträge (Klimaabkommen, IRAN-Abkommen, INF-Vertrag, Mitgliedschaft in der WHO) durch die USA. Trump betonte stets, dass diese Verträge zum Nachteil seines Landes sind und er neue, bessere Verträge aushandeln wolle. Verwirklicht wurde davon wenig. Das einzig Positive an der Amtszeit von Trump ist, dass er keinen neuen Krieg begonnen hat. Eine Aussage zum Wahlausgang wollte und konnte niemand treffen.