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Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ausgabe 36/2020
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Flaniermeile ist nur noch ein Flickenteppich

Bitter nötig ist die Sanierung der Kurgartenstraße. Anfang 2021 soll es soweit sein.

Kurgartenstraße soll 2021 saniert werden – Asphaltband in der Mitte – Weiterhin für den Verkehr zu befahren

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. TW. Wer derzeit auf der Kurgartenstraße „flaniert“, sollte tunlichst nach unter schauen, um nicht zu stolpern. Das wird sich bald ändern, im ersten Halbjahr 2021 soll die Straße komplett saniert werden. Die Wichtigkeit dieser 270 Meter für die Kreisstadt zeigt sich schon alleine darin, dass das Projekt gleich zwei Mal im Bau- und Planungsausschuss beraten wird. Dort stellte Nico Gleich vom planenden Ingenieurbüro Becker aus Heimersheim nun die ersten Planungen vor, die von einem Kostenvolumen von 662.000 Euro für Kurgartenstraße und den Platz vor der Martin-Luther-Kirche vorsehen. Der Ausschuss hatte gleich Änderungswünsche.

Man habe bei der letzten Sanierung der Straße vor 20 Jahren nicht hinreichend auf den Unterbau der Straße geachtet, so Bürgermeister Guido Orthen. Das soll sich nun ändern. Weil die Kurgartenstraße, über deren Verwendung als Fahrstraße oder Fußgängerzone seit besagten zwei Jahrzehnten immer wieder diskutiert wird, auch weiterhin für den Fahrzeugverkehr offen sein soll, wird die Fahrspur mit einem Asphaltband hergerichtet. Selbst schwere Lastwagen sollen der Straße dann nichts mehr anhaben können. Wird einmal gesperrt, weil beispielsweise eine Großveranstaltung im Kurpark stattfindet, findet dies mit versenkbaren Pollern statt. Wer dennoch durch muss, kann diese mittels Sender oder durch das Wählen einer Telefonnummer absenken. Auch die Lindenstraße soll mittels solcher Poller für den Verkehr geöffnet oder geschlossen werden.

Fünf Meter breit soll die Fahrbahn werden, daneben entstehen große Fußgängerbereiche. Vom derzeitigen Tempolimit mit 7 km/h will die Stadtverwaltung abweichen und analog der Telegrafenstraße auf Tempo 20 km/h erhöhen. Der Platz vor der Martin-Luther-Kirche soll derart umgestaltet werden, dass es zu besseren Abstimmungen zwischen Radlern, Fußgängern und Kraftfahrern kommen muss. Derzeit beanspruchen die Radfahrer bei der Durchfahrt die Vorfahrt für sich.

Um auf die Bedeutung des Kurparks hinzuweisen, ist vor dessen Eingang eine Ellipse auf der Straße geplant, in deren Zuge die Fahrspur auch leicht verschwenkt wird. Zudem sollen am südlichen Ende weitere Bäume gesetzt werden, ein vorhandener Baum soll dagegen weichen, weil er den Verkehr aus der Ausfahrt vom Badehaus massiv behindert.

Im Bauausschuss wurde viel über den Vorschlag diskutiert. So schlug Wolfgang Schlagwein (Die Grünen) eine weitere Ellipse in der Fahrbahn für den Bereich vor der Ausfahrt vom Steigenberger Hotel vor. Volker Danko regte weitere Baumpflanzungen unmittelbar nach der Kurgartenbrücke an. Auch die geplanten neuen Bäume am südlichen Ende könnten mehr werden. Keinesfalls dürfe aber der Blick auf das Badehaus weichen. Mit den neuerlichen Vorschlägen und Anregungen aus dem Ortsbeirat wird es nun eine modifizierte Planung geben, mit der sich der Bau- und Planungsausschuss erneut beschäftigen wird.