Tag 1 nach der Flutkatastrophe: das Apollinarisstadion ist überschwemmt und weitestgehend zerstört.
Der Dank von Bürgermeister Pascal Rowald (3.v.r.) galt vier Vereinen, die Hauptnutzer der Anlage sind.
Das Stadion erhielt auch den kirchlichen Segen.
Junge Triatleten machten aus der Lauf- eine Radrennbahn.
Einfach mal Hockey testen, denkt sich dieser junge Fußballer.
Auf zahlreichen Bildern wurden Zerstörung und Wiederaufbau dokumentiert.
BAD NEUENAHR. TW. Die Sportler aus Bad Neuenahr-Ahrweiler haben ihre größte Sportstätte zurück. Das Apollinarisstadion wurde am vergangenen Samstag feierlich wiedereröffnet. Zug um Zug war es in den vergangenen fünf Jahren nach der Flutkatastrophe wieder aufgebaut, saniert und in den Funktionsgebäuden auch erweitert worden. Nun ist alles fertig, was Bürgermeister Pascal Rowald, Landrätin Cornelia Weigand und Staatssekretärin Vanessa Fischer in Gratulationsreden feierten.
In der Flutnacht war das gesamte Stadion überflutet und größtenteils zerstört worden. In den Wochen danach wurde der Parkplatzbereich hinter der Tribüne zum großen Autofriedhof für Tausende zerstörter Fahrzeuge. Im Jahr nach der Katastrophe begann der Wiederaufbau, zunächst mit dem Mittelplatz, während der Westplatz mit Tiny-Häusern noch lange zur Not-Unterkunft für obdachlos gewordene Ahrtaler bleiben sollte.
Im Mai 2023 war mit dem Mittelplatz der erste Platz fertiggestellt, provisorische Umkleiden stellten der Deutsche Fußball Bund und die Deutsche Fußball Liga zur Verfügung. Dennoch mussten viele Vereine noch ausweichen und teils weite Wege in Kauf nehmen, um trainieren oder spielen zu können. Solidarisch zeigten sich Vereine und Kommunen von Rheinbach bis Mayen. Ende 2023 begann die Sanierung von Hauptplatz und Tribünengebäude. Dank einer Spende konnte erstmals auch eine Flutlichtanlage auf dem Hauptplatz installiert werden, der Mitte 2024 fertig wurde. Damit sind nun Abendspiele im Fußball und abendliche Aktivitäten der Leichtathleten möglich.
Im Januar 2025 begann der Wiederaufbau des Sportheims, zuvor war die Haupttribüne fertig geworden. Zuletzt wurde der Westplatz samt Tribüne saniert, so dass das Stadion nun wieder vollständig nutzbar ist.
Beim Wiederaufbau wurde auch an möglicherweise kommende Hochwasserereignisse gedacht. So wurden die beiden Kunstrasen auf wasserdurchlässigem Asphalt verklemmt. Zaunanlagen können im Bedarfsfall schnell demontiert werden, poröses Drainagepflaster kann Wasser aufnehmen und speichern. Stromverteiler wurden in höher gelegene Bereiche gesetzt, Räume im Erdgeschoss erhielten bessere Abdichtungen. In Summe wurden mehr als zehn Millionen Euro investiert.
Nach der großen Sportanlage in Bachem warten die Fußballer der Kreisstadt nun noch auf Jugendspielfelder in Ahrweiler und Walporzheim.