Er scheint dem Wein zu huldigen.
Der Weinmarkt war Anziehungspunkt für Clubs und Vereine.
AHRWEILER. TW. Das zweite und letzte Wochenende der Ahrweiler Weinwochen lockte einmal mehr die Massen der Weinfreunde an. Auf und rund um den Marktplatz in der historischen Ahrweiler Altstadt war vor allen Dingen der Samstag bestens besucht. Kein Wunder, da blieb der Himmel trocken. Nach den Ahrweiler Ortsvereinen vor Wochenfrist hatten nun Weingüter- und genossenschaften die Verkaufsbuden bezogen. Ihr Angebot unterschied sich hinsichtlich der Vorwoche nicht sonderlich vom Winzerfest. Einzige Ausnahme: es fanden auch Top-Weine der Anbieter den Weg auf die Preislisten. Etwa der „Kultwein No. 1“ der Dagernova Weinmanufaktur, oder der Schieferlay Spätburgunder Alte Reben beim Weingut Peter Lingen. Beim Weingut Kriechel war der mit 93 Falstaff-Punkten bewertete Ahrweiler Rosenthal Spätburgunder zu haben, bei der Maibachfarm ebenfalls ein Spätburgunder aus der Lage Rosenthal, der bei Falstaff gerade 92 Punkte erhalten hatte. „Wird aber in der Flasche nicht verlangt, wenn überhaupt, mal im Glas“, hatte Verkäuferin Lisa feststellen müssen. Immerhin kostete ein solches Glas schon zwölf Euro. Bei den Jungwinzern Next Generation waren die Gäste eher für hochpreisige Weine aufgeschlossen, den Frühburgunder für 35 Euro pro Flasche habe man bei den meisten Weinpräsentationen auf der Karte, weil er gut laufe, so Leon Krugull.
Aber wie schon beim Winzerfest und bei den Weinfesten an der Ahr schon seit Jahren gab es auch beim Weinmarkt einen klaren Favoriten: Blanc de Noir, egal ob trocken oder feinherb. Der weißgekelterte Wein aus roten Spätburgundertrauben funkelte in den meisten Gläsern der vielen Gäste, die sich am Samstagabend von der Brohltaler Band Skybagg zu Tanz und Fröhlichkeit animieren ließen. Auf dem Marktplatz entpuppten sich viele Gäste als Party-Reisende, an ihren Shirts waren Feuerwehren, Karnevalsvereine oder Schützengruppierungen zu erkennen. Die meisten von ihnen waren aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen angereist. Einige von ihnen schreckten auch nicht davor zurück, sich in den Kneipen ringsum mit einem Bier zu versorgen. Oder aber mit einem Getränk der frühen Weinlese, denn am Stand des Weinguts Stark-Linden gab es nicht nur Wein und Sekt. „Der ganze Markt scheint unserem Federweißen zu trinken. Wir haben schon dreimal nachproduzieren müssen, eine irre Arbeit“, freute sich Uschi Stark über den Erfolg ihres Angebots.
Unterm Strich zeigten sich Anbieter und Gastronomie der Ahrweiler Weinwochen mit dem aktuellen Jahr zufrieden, auch wenn der Trend weg von den roten Weinen sich Jahr für Jahr fortsetzt. Das aber ist Tendenz in Deutschland, wo 80 Prozent der verzehrten Weine helle Weine sind. Diesem Trend hat sich auch da Ahrtal verschrieben, zumindest auf seinen Weinfesten.