In Ahrweiler hatte das Spenden-Shuttle nach der Flutkatastrophe einen temporären Indoor-Spielplatz errichtet. Das hatte Begehrlichkeiten geweckt.
GRAFSCHAFT. TW. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal war in Ahrweiler in einem Zelt ein temporäres Indoor-Spieleparadies für Kinder entstanden. Nach dessen Rückbau wurden Forderungen nach einer solchen festen Einrichtung laut. Die Stadtverwaltung der Kreisstadt fragte in der Grafschaft nach dem Interesse an einem gemeinsamen Projekt auf Grafschafter Boden ab. Der Bauausschuss lehnte das jetzt einstimmig als Empfehlung für den Gemeinderat ab.
Dabei herrschte in dem Grafschafter Gremium die einhellige Meinung vor, dass ein solcher Indoor-Spielplatz Sache eines gewerblich agierenden Unternehmers sei. Üblicherweise würden derartige Einrichtungen, wie es sie beispielsweise in Mayen oder Rheinbach gibt, in großen Hallen betrieben, die in Gewerbegebieten platziert seien, betonte Alfred Beißel (Grüne). Dorthin würden die Kinder von ihren Eltern gefahren, was ein hohes Verkehrsaufkommen mit sich bringe.
Im Ringener Rathaus sieht man die Idee dagegen nicht so skeptisch. Die Verwaltung begrüßt die Einrichtung eines Indoor-Spielplatzes in der Grafschaft, wie sie sagt. Diese seien in Deutschland inzwischen sehr beliebt. „Durch das breite Angebot an Spielemöglichkeiten werden die Hallenspielplätze im Sommer bei gutem Wetter als auch bei schlechtem Wetter als attraktives Ausflugsziel genutzt“, schreibt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage. Bürgermeister Achim Juchem berichtete von einem solchen Spieleparadies an der Nordsee, das trage sich allerdings überwiegend durch die Einnahmen von Touristen, die es auf der Grafschaft nicht gebe.
Die Grafschafter Verwaltung hatte derweil schon einen Standort im Auge, nämlich die Einbindung eines Indoor-Spielplatzes in den einstmals als Freizeitpark gedachten Bereich des Pappelstadions nahe des Ringener Bürgerhauses. Aber auch das sieht der Bauausschuss gänzlich anders, würden damit doch wieder große Fahrzeugbewegungen im Wohngebiet Kreuzerfeld einhergehen. Hier gab es vor einigen Jahren bei der Einrichtung eines temporären Busbahnhofs bereits große Proteste.
„Ein solcher Indoor-Spielplatz lockt im Schnitt 75.000 Besucher“ hatte Hubert Münch (SPD) recherchiert. Und diese würden jede Menge Parkplätze benötigen, die zusätzlich zu einer großen Halle errichtet werden müssten. Auch Roland Schaaf (CDU) sieht für ein solches Projekt angesichts der vielen Arbeit in der Verwaltung keine Priorität. Für Richard Horn (CDU) ist die zu erwartende enorme Verkehrsbelastung, wie er sagt, ein absolutes K.O.-Kriterium. „Bad Neuenahr-Ahrweiler hat Flächen, wo sie es unterbringen könnten, wenn sie wollten“, so Horn. Hubert Münch geht noch einen Schritt weiter und schlug den Ausbau der vor der Profanierung stehenden Piuskirche zu einem Indoor-Spielplatz vor. „Vielleicht braucht es ein wenig Fantasie in der Kreisstadt“, so Münch. Auch die Weiterführung des Bauleitplanverfahrens „Sport- und Freizeitanlage Ringen“ würde der Bauausschuss gerne noch ein wenig in die Ferne schieben, dabei aber parallel den Fachausschuss um eine Überarbeitung der Konzeption bitten.