V.l.n.r.: Erster Stadtrat Dr. Stefan Zabeschek, Bauamtsleiter Oliver Krämer, Andreas Peters, Abteilungsleiter Energie- und Datendienstleistungen bei der enwag, Stefan Seißler, Bereichsleiter Markt bei der enwag. Sitzend von links: Bürgermeister Christian Schwarz, enwag-Geschäftsführer Dr. Berndt Hartmann
Wetzlar. Die Lage an der Dill macht`s möglich: Zusammen mit der Stadt Aßlar plant die energie- und wassergesellschaft mbh (enwag) die Wärmeversorgung für das in Aßlar-Werdorf entstehende Neubaugebiet - unter Einbindung von Flusswasserwärmepumpen. Am Mittwoch (11. März) haben enwag-Geschäftsführer Dr. Berndt Hartmann und Aßlars Bürgermeister Christian Schwarz sowie Bauamtsleiter Oliver Krämer, Erster Stadtrat Dr. Stefan Zabeschek und Stefan Seißler, Bereichsleiter Markt bei der enwag, den Vertrag unterzeichnet. „In unserem neuen Quartier entsteht Energie dort, wo sie auch verbraucht wird. Das ist hocheffizient“, sagte Christian Schwarz. Berndt Hartmann erläuterte: „Die Wärmeversorgung der Zukunft ist dezentral, sie berücksichtigt die Gegebenheiten vor Ort. In Werdorf wollen wir die vorhandene Wärme aus dem Flusswasser der Dill für eine klimafreundliche Versorgung nutzen.“
Bei der für Werdorf geplanten Wärmeversorgung handelt es sich um eine moderne Technologie. Die vorhandene Wärme des Flusswassers bildet die Basis. Sie wird über einen Wärmetauscher an die Großwärmepumpen weitergeleitet. Diese erhitzen mithilfe der gewonnenen Wärme das Heizwasser für das Nahwärmenetz. Die Heizzentrale mit Wärmetauscher, Wärmepumpen und zwei Pufferspeichern für das neue Wohnquartier wird in der geplanten „Klaus-Enders-Straße“ südlich der gleichnamigen Firma stehen. Die Entnahme des Flusswassers findet nur rund 100 Meter entfernt „Am Hüttengraben“ statt. „Durch die Nutzung von Umweltwärme und platzsparenden, strombetriebenen Wärmepumpen erreichen wir hier einen sehr guten Primärenergiefaktor. Die Wärmeversorgung ist klimafreundlich und hocheffizient“, sagt Agron Gojani, der das Projekt seitens der enwag leitet. Insgesamt versorgt das neue Fernwärmenetz zukünftig 43 Privathäuser und sieben Gewerbeeinheiten mit Wärme. Die Gesamtlänge des geplanten Wärmenetzes beträgt rund 2.600 Meter; die Pufferspeicher in der Technikzentrale verfügen über ein Fassungsvermögen von jeweils 5.000 Litern. Im ersten Schritt setzt die enwag zwei Großwärmepumpen mit einer Leistung von jeweils 200 Kilowatt (kW) ein. Bei Bedarf kann die Anzahl auf drei erhöht werden. Auch ein E-Carsharing-Modell für die Bewohner soll es geben. Zur Versorgung der dazugehörigen Ladestationen sowie der Wärmeerzeuger errichtet die enwag auf dem Dach der Heizzentrale eine PV-Anlage. „Bei diesem zukunftsgerichteten Projekt greifen Mobilität, Wärmeversorgung und PV von Beginn an ineinander“, sagt Andreas Peters, Abteilungsleiter Energie- und Datendienstleistungen bei der enwag.
Derzeit führt die Stadt vorbereitende Bauarbeiten für die Versorgungsleitungen durch. Anschließend verlegt die EAM Netz GmbH die Stromleitungen, und die enwag führt die Fernwärmeleitungen bis an die Grundstücksgrenzen.