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Asslar - Die Woche
Ausgabe 16/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Neues aus dem Rathaus

 

Liebe Aßlarer,

wenn ich auf das vergangene Osterwochenende und die Veranstaltungen zum Jubiläum der Städtepartnerschaft in St. Ambroix zurückblicke, dann sind es gar nicht zuerst die offiziellen Programmpunkte oder die Feierlichkeiten, die mir in Erinnerung bleiben. Es sind vielmehr die vielen kleinen Begegnungen, die dieses Wochenende so besonders gemacht haben.

Was mich dabei am meisten fasziniert hat: Wie gut wir uns alle verstanden haben - ohne die Sprache des anderen wirklich zu beherrschen. Ein paar Worte Deutsch, ein paar Worte Französisch, hier und da etwas Englisch, dazu Hände und Füße und vor allem ein offenes, freundliches Gegenüber. Und plötzlich merkt man: Es funktioniert trotzdem. Vielleicht sogar besser, als wenn jedes Wort perfekt wäre.

Ich habe für mich gemerkt, dass es oft gar nicht darauf ankommt, alles richtig zu sagen. Viel wichtiger ist die Haltung, mit der man sich begegnet.

Ein Moment ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben: Bei einem gemeinsamen Picknick habe ich versucht, mit einem französischen Jungen über ein Übersetzungsprogramm ins Gespräch zu kommen. Wir haben uns ehrlich bemüht - aber so richtig rund lief es nicht. Irgendwann hat er mich dann gefragt, ob wir nicht einfach Fußball spielen wollen.

Und genau das haben wir gemacht.

Wir haben einen Ball genommen und einfach angefangen, uns den Ball über einen Parkplatz zuzuspielen. Nach und nach kamen immer mehr dazu - Kinder, Erwachsene, Deutsche, Franzosen. Am Ende standen wir mit etwa zehn Menschen zusammen und haben einfach gespielt.

Ohne große Worte. Aber mit viel Freude.

Für mich war das einer der schönsten Momente dieses Wochenendes. Weil er so einfach war. Und weil er gezeigt hat, was möglich ist, wenn Menschen sich offen begegnen. Da ging es nicht darum, wer woher kommt oder welche Sprache jemand spricht. Es ging einfach darum, gemeinsam eine gute Zeit zu haben.

Gerade in einer Zeit, in der oft über Unterschiede gesprochen wird, tut es gut, solche Erfahrungen zu machen. Sie erinnern uns daran, dass uns als Menschen viel mehr verbindet, als uns trennt.

Ich nehme aus diesen Tagen vor allem eines mit: Es braucht nicht immer große Worte. Manchmal reicht ein Lächeln, ein bisschen Offenheit - und vielleicht ein Ball.

Und genau solche Begegnungen sind es, die unsere Städtepartnerschaft seit vielen Jahrzehnten tragen.

Ich freue mich sehr darauf, unsere französischen Freunde bald bei uns in Aßlar wiederzusehen und diese Verbindung weiter mit Leben zu füllen.

Kommen Sie gut durch die Woche.

Ihr Bürgermeister
Christian Schwarz