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Asslar - Die Woche
Ausgabe 17/2026
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60 Jahre Städtepartnerschaft Aßlar-St. Ambroix bei den Aßlarer Gesprächen

….mit einer Runde Pastis, einem französischen Aperitif, zur Begrüßung, begann der wunderbare Vortrag von Hilde Kaps von der Deutsch Französischen Gesellschaft Aßlar (DFG) und Ehrenbürgerin von St. Ambroix. Nach vielen schrecklichen Kriegen zwischen Deutschland und Frankreich, waren es zwei weise alte Männer, welche die Aussöhnung zwischen den beiden Völkern betrieben. Nach einem Besuch von Bundeskanzler Adenauer im privaten Landhaus des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle 1962 folgten 1962 gegenseitige Staatsbesuche. Der Elysee Vertrag von 1963 besiegelte die Deutsch Französische Freundschaft. Auch auf kommunaler Ebene wurde Aussöhnung betrieben, Ehemalige Kriegsgefangen auf beiden Seiten des Rheins suchten Kontakte um den Europagedanken zu fördern. Im Jahre 1962 kam der 1. Stadtrat von St. Ambroix Marcien Tuech,( nach ihm wurde später der Tuech Weg in Aßlar benannt) durch Vermittlung von Frau Elsie Kühn-Leitz und dem damaligen Bürgermeister Erwin Debus nach Aßlar. Er war auf der Suche nach einer deutschen Partnerstadt. Er fand sie mit Aßlar. Im November 1962 beschloss die Gemeindevertretung die Kontaktaufnahme mit der südfranzösischen Stadt St. Ambroix. In den Jahren danach folgte eine Phase des Kennenlernens. Am 28.Mai 1966 wurde die Partnerschaftsurkunde offiziell von Bürgermeister Erwin Debus und Edouard Thibbault in St. Ambroix unterzeichnet, am 23,10.1967 in Aßlar. Dieses kleine Städtchen mit ca. 3500 Einwohnern liegt am Rande der Cevennen, am Ufer der Ceze, einem Nebenfluss der Rhone. Die Menschen leben zum größten Teil vom Handel und Handwerk. Ein Anziehungspunkt ist der jeden Dienstag stattfindende Wochenmarkt, mitten in der Stad beim „Hotel de Ville“, dem Rathaus, Hier gibt es Spezialitäten aus der Region wie Lavendelhonig, Ziegenkäse, Oliven und Kräuter aus der Provence. Beherrscht wird das liebevolle Städtchen von zwei Felsen, dem Dugas mit seiner Kapelle und Opferstätte, sowie dem Tour Gisquet. Von St. Ambroix aus kann man schöne Tagesausflüge unternehmen, wie z.B. ins Tal der Ardeche, den Pont du Gard, in die Camargue, oder nach Avignon. Am 7.10.1968 gründete sich die Deutsch Französische Gesellschaft. Dies gab der Partnerschaft einen starken Auftrieb. Die Gemeinde Aßlar unterstützte 1970 die Renovierung des Europahauses in St. Ambroix, das ermöglichte Jugendgruppen einen längeren Aufenthalt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es bildeten sich Partnerschaften mit der Freiwilligen Feuerwehr 1978, dem Schützencorps Kl. Altenstädten, dem TV Aßlar, hier besonders mit der Handballabteilung 1976, und den Segelfliegern.

Die wichtigste und zugleich fruchtbarste Verbindung im Sinne der Partnerschaft war die die Schulpartnerschaft zwischen der Gesamtschule Aßlar-Hermannstein (heute AvH-Schule) mit dem College St.Joseph, die 1979 abgeschlossen wurde und hunderten von Schülern den Zugang zur französischen Sprache und dem Leben in unserer Partnerstadt ermöglichte. Nach mehr als 30 erfolgreichen Jahren ist die Schulpartnerschaft in einen Nachbarost „abgewandert“.

Hilde Kaps und Odette Sovrano waren der Motor dieser Partnerschaft. In unzähligen Telefonaten und vielfachen gegenseitigen Besuchen, trotz der großen Entfernung von 1.000 km, entstand eine wunderbare Freundschaft, in der auch ihre Kinder mit einbezogen wurden. Hilde Kaps organisierte als Vorsitzende der DFG viele Besuche nach St. Ambroix, mit Ausflügen in die wunderbare südfranzösische Landschaft. Die Freundschaft hat sich bis heute erhalten und beide können stolz auf ihr ehrenamtliches Engagement sein.

Leider befinden sich heute einige Partnerschaften im Ruhemodus. Seit nunmehr 60 Jahren besteht die Städtepartnerschaft, welche von der Stadt und der DFG gepflegt wird. Durch viele Besuche von Aßlarer wie Stadtverordnete, Mitglieder von Vereinen, oder privat Personen, nach Südfrankreich ist das gegenseitige Vertrauen gewachsen. Sehr schön war immer der Empfang in St. Ambroix mit guten Weinen, Essen und dem berühmten Pastis. Diese 60jährige Städtepartnerschaft zwischen St. Ambroix und Aßlar wurde zu Ostern in St. Ambroix feierlich besiegelt. Eine Delegation von 50 Aßlarer war dort zu Gast um dieses Jubiläum gemeinsam zu begehen. Höhepunkt war eine feierliche Veranstaltung in der die langjährige Partnerschaft gewürdigt wurde. Im Bild Bürgermeister de Faria und Bürgermeister Schwarz bei der feierlichen Unterzeichnung der Urkunden. Ein weiterer feierlicher Akt war die Ernennung von Bernhard Neuhaus zum Ehrenbürger von St. Ambroix und von Bernad König zum Ehrenbürger von Aßlar, zwei langjährige, engagierte Bürger, welche sich um die Partnerschaft verdient gemacht haben. Sie schloss mit einem „Au revoir“ zu Pfingsten in Berghausen. Die Gäste waren angetan vom Vortrag und dankten mit Beifall. Edith Muskat vom Magistrat der Stadt hatte zuvor die 45 Gäste und die Referentin begrüßt, sowie den Anwesenden neuen Ehrenbürger von St. Ambroix Bernhard Neuhaus. Sie dankte auch den Damen aus dem Werner -Best-Haus, welche wieder eine wunderschöne Tischdeko arrangiert hatten, mit französischen Fähnchen und Tulpen. Ebenso Karsten Müller vom Kontakt mit seinem Team welche Kaffee und Kuchen servierten. Das Team der Aßlarer Gespräche bedankte sich bei allen Teilnehmern und den Gästen und lädt für Donnerstag den 21. Mai 14.30 Uhr zu einem Vortrag von Erhard Peusch, vom Heimatverein Werdorf, zum Thema „Der Schinderhannes in Aßlar“ herzlich ein.