Internationale Perspektiven auf den Radverkehr standen in dieser Woche im Mittelpunkt an der Alexander-von-Humboldt-Gesamtschule Aßlar: Im Rahmen des Erasmus-Austauschprogramms waren Schülerinnen und Schüler aus Spanien zu Gast, um sich gemeinsam mit ihren deutschen Austauschpartnern intensiv mit dem Thema „Radmobilität“ auseinanderzusetzen.
Ein besonderer Programmpunkt führte die Gruppe gemeinsam mit Bürgermeister Christian Schwarz auf eine Radtour durch das Stadtgebiet. Ziel war es, die örtliche Radverkehrsinfrastruktur nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern direkt vor Ort zu erleben und zu bewerten.
Start- und Endpunkt der Tour war die Alexander-von-Humboldt-Gesamtschule. Von dort aus machte sich die Gruppe auf den Weg zum ersten Halt, dem Backhausplatz in der Aßlarer Ortsmitte. Schon hier wurde den Jugendlichen deutlich, welche Herausforderungen der Radverkehr im Spannungsfeld mit dem motorisierten Verkehr mit sich bringt: Die stark befahrene Hauptstraße verdeutlichte eindrucksvoll, wie wenig Raum dem Fahrradverkehr in früheren Jahren zur Verfügung stand. „Früher gab es kaum Alternativen - wer mit dem Rad durch Aßlar wollte, musste zwangsläufig entlang der Hauptstraße fahren“, erläuterte Bürgermeister Schwarz im Gespräch mit den Teilnehmenden.
Wie sich die Situation inzwischen verändert hat, konnten die Schülerinnen und Schüler im weiteren Verlauf der Tour selbst erfahren. Entlang der Dillaue führte die Strecke über neu geschaffene Radwege, die heute eine attraktive und sichere Alternative bieten. So ist es inzwischen möglich, die Strecke zwischen Wetzlar und Ehringshausen durch die Natur zurückzulegen und nicht an der stark befahrenen Bundesstraße in der Ortsmitte.
Ein Zwischenstopp am Schloss Werdorf bot zudem Gelegenheit, die historische Seite der Region kennenzulernen und sich über die Verbindung von Kultur, Landschaft und moderner Mobilität auszutauschen.
Der letzte Halt vor der Rückkehr zur Schule war das Aßlarer Rathaus. Dort erhielten die Gäste Einblicke in die Arbeit der Stadtverwaltung und konnten ihre Eindrücke sowie Vergleiche mit der Situation in ihren Heimatländern schildern. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich Radverkehr in Europa organisiert ist - und wie wichtig der direkte Austausch für ein besseres Verständnis und neue Ideen ist.
Der Besuch zeigt: Radmobilität ist längst ein europäisches Thema. Projekte wie der Erasmus-Austausch schaffen nicht nur Begegnungen zwischen jungen Menschen verschiedener Länder, sondern fördern auch den Blick über den eigenen Tellerrand - und liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung vor Ort.