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Asslar - Die Woche
Ausgabe 22/2026
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Vortrag "Der Schinderhannes" von Erhard Peusch bei den Aßlarer Gesprächen

Der Schinderhannes in Aßlar…….

..so lautete der Vortrag von Erhard Peusch vom Heimatverein Werdorf. Der berühmt berüchtigte Räuberhauptmann Johannes Bückler, genannt der Schinderhannes, wurde wahrscheinlich am 25. Februar 1779 in Miehlen, einem heutigen Stadtteil von Nastätten, im Taunus geboren.

Sein Vater Johann Bückler, war als Henkersknecht und Schinder tätig. Johannes, der später auch als Abdecker arbeitete, erhielt den Namen „Schinderhannes“. Er muss schon früh angefangen haben mit kleinen Diebereien, die später in Raubüberfällen und Mord endeten. Es war die Zeit der Napoleonischen Kriege und das linke Rheinufer war von den Franzosen besetzt. Räuber brauchten nur den Rhein zu überqueren und waren damit in Sicherheit. In einer Anklage aus dem Jahre 1797, also mit 18 Jahren, werden ihm mehrere Einbrüche mit Diebstahl von Waren, Pferden und einem Schwein vorgeworfen. Im Juli 1798 wurde er verhaftet. Er wird nach Saarbrücken überführt, konnte aber bereits einen Tag später fliehen. Im Februar 1799 hat man ihn steckbrieflich gesucht. Er wird bei Simmern in der Eifel von der Polizei verhaftet und nach Kirn gebracht. Seine Haft dauert nur sechs Monate, dann gelang ihm, mit Hilfe eines Mithäftlings und eines selbst gedrehten Strohseils, die Flucht. Im September 1799 taucht er bei „Umstatt“ in der Nähe von Frankfurt/M auf. Dort lernte er seinen engen Freund und Weggefährten Reinhard kennen. „Schinderhannes beredete mich (und einige andere Spießgesellen) mit ihm zu gehen, indem er versprach, mir Geld zu verschaffen.“ Warum Schinderhannes nach Aßlar zog, kann wohl nicht mehr geklärt werden. Offenbar kannte er sich aber dort aus und könnte demzufolge bereits vor dem Jahre 1799 dort gewesen sein. „Der Schwarze-Friederich, Juden-Peter und Christoph Eckard gingen auch mit uns.“ „Wir gingen durch Frankfurt und Wetzlar bis nach einem Orte an der Dill Asseler ( Aßlar ) genannt.“ So berichtete Reinhardt später Gerade hier in Aßlar haben sich mehrere Anekdoten über Schinderhannes erhalten, so dass ein längerer Aufenthalt des Räubers in der Umgebung plausibel erscheint. In unserem heutigen Stadtteil Bermoll haben sich die Räuber scheinbar einige Zeit aufgehalten. Bermoll war damals ein Knotenpunkt von verschiedenen Fernstraßen. Dazu gibt es drei Geschichten: Sie gingen in die Wirtschaft im Viehhof, einer Pferdewechselstation, da es dort auch eine Schnapsbrennerei gab. Ein Räuber schlich sich in den Arm ( auch Aole genannt ) schlug dort das Flechtwerk zwischen den Balken heraus, kroch hindurch und hielt einen kleinen Jungen fest, der sich in dem Raum befand. Währenddessen hatten sich die anderen Räuber des Schnapskessels bemächtigt und ihn leer getrunken. Eines Tages kam Schinderhannes durch Bermoll geritten und sah eine Frau weinend auf einem Pflug sitzen. Er fragte sie:“ Warum weinst Du?“ „Es hat mir ein Mann für wenig Geld ein Kuh abgebabbelt!“ sagte die Frau. Noch in der Nacht brach Bückler bei dem Mann ein, stahl die Kuh und brachte sie der Frau zurück. An einem anderen Tag, als die Bauern vom Markt kamen, wurden sie von Schinderhannes Räubern angehalten und sie mussten alle im Wald die Schuhe ausziehen. Dann wurden die Schuhe von den wilden Gesellen durcheinander geworfen. Die Bauern mussten sich in einen Kreis setzten und auf Befehl ihre Schuhe suchen. Wer der letzte war, bekam Schläge. Weiterhin gibt es eine Anekdote in Werdorf: „Der Schinderhannes sei auf der Flucht gewesen und so auch zur Amends-Mühle in Werdorf gekommen. Hier habe er den Müller, aufgefordert, ihn auf die andere Seite der Dill zu rudern. Dies habe der Müller auch getan. Schinderhannes habe seine Flucht fortgesetzt und sei über den Berg ins Lahntal geflohen“ In den Jahren zwischen 1800 und 1802 verübte er 16 Überfälle und Raubzüge bei denen drei Überfallene getötet wurden. Das Bild des „edlen Räubers“, das zahlreiche Volkslieder, Erzählungen, Bühnenstücke und Filme von ihm zeichneten, ist jedoch ein Mythos, der mit der historischen Wirklichkeit nichts zu tun hat. Der Schinderhannes, wird am 31. Mai 1802 bei Wolfenhausen, heute ein Ortsteil von Weilmünster, verhaftet. Mit einem Leiterwagen auf dem neben ihm auch Julchen, seine Frau, sein Kompagnon Christian Reinhard, dessen Frau Margarethe, und Zerfaß, von dem gesagt wird, dass er ihn verraten habe, saßen. Die Gefangenen werden über Wiesbaden nach Frankfurt gefahren und kamen dort am 11. Juni an. Hier werden sie verhört. Danach werden sie nach Mainz, an die Franzosen, ausgeliefert. Hier wird ihnen auch der Prozess gemacht. Der Schinderhannes und weitere 20 Räuber erhielten die Todesstrafe. Das Urteil wurde am 21. November 1803 in Mainz öffentlich, auf dem Richtplatz, durch die Guillotine vollstreckt. Es sollen ca. 30- 40.000 Schaulustige dabei gewesen sein. Schinderhannes wurde als 1. hingerichtet, er wurde nur 24 Jahre alt. Die Leichen wurden der Mainzer und Heidelberger Uni zu Studienzwecken übergeben. In unserer Heimat gibt es eine Gaststätte und ein Hotel mit dem Namen Schinderhannes. Dort gibt es auch ein „Schinderhannes Schnitzel„ Ferner gibt es einen „Schinderhannes Radweg“, und einen Schinderhannes Wanderweg uvm. Edith Muskat, Stadträtin a.D. hatte zuvor die 32 Gäste und den Referenten begrüßt. Sie dankte auch den Damen aus dem Dr. Werner -Best Haus, welche wieder eine wunderschöne Tischdeko arrangiert hatten diesmal mit schönen Wiesenblumen. Das Team von Karsten Müller servierte wieder Kaffee und Kuchen. Das Team der Aßlarer Gespräche bedankte sich bei allen Teilnehmen und den Gästen und lädt für Donnerstag den 18.Juni 14.30 Uhr mit Herrn Weller vom NABU ein.