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Asslar - Die Woche
Ausgabe 23/2026
Gestaltung Innenteil Seite 8
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Ein neuer Waldrand für die Wildkatze wächst in Bermoll

BUND und Stadt Aßlar haben artenreiche Gehölzpflanzung umgesetzt

Aßlar/Frankfurt, Pressemitteilung vom 28. Mai 2026

Hasel, Liguster, Pfaffenhütchen und Co, diese und noch viele weitere Baum- und Straucharten wachsen nun in Aßlar-Bermoll zu einem artenreichen Waldrand heran, der der Wildkatze und vielen weiteren Tieren eine neue Heimat bieten wird. Möglich gemacht wurde die Neupflanzung im Rahmen des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ durch eine Kooperation des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) und der Stadt Aßlar. Am 26. Mai 2026 stellten Bürgermeister Christian Schwarz, Revierleiterin Nina Bellof und Andrea Malkmus vom BUND Hessen die neue Pflanzung mit einer informativen Beschilderung zum Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ der Öffentlichkeit vor.

Andrea Malkmus, BUND Hessen: „Der neue Waldrand hat viele verschiedene Strukturen zu bieten, in denen neben der Wildkatze auf der Jagd nach Mäusen auch viele weitere Arten eine neue Heimat finden.“

Bürgermeister Christian Schwarz: „Die Stadt Aßlar hat bereits die zweite Pflanzmaßnahme im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ erfolgreich umgesetzt und freut sich, beim Projekt mitzuwirken. Mit dem Umbau von geschädigten Waldrandbereichen fördern wir nicht nur die Wildkatze, sondern auch die Entwicklung eines naturnahen und ursprünglichen Waldes.“

Revierleiterin Nina Bellof: „Die Aufwertung der Pflanzfläche mit vielen verschiedenen Arten von Laubbäumen und Sträuchern macht den Wald klimastabiler und weniger anfällig für Schädlinge. So bleibt er hoffentlich für viele Jahrzehnte erhalten.“

Auf der Fläche wuchs bisher ein Eichenwald, der jedoch durch den Schädling Eichenprachtkäfer stark in Mitleidenschaft gezogen war. Nun wurden die geschädigten Eichen durch eine artenreiche Baum- und Strauch-Pflanzung ersetzt, die in ein paar Jahren einen neuen gestuften Waldrand bilden. Hainbuche, Feldahorn, Vogelkirsche und wärmetolerante Baumarten wie Winterlinde und einige Esskastanien wurden mit Eiche gemischt. Sträucher wie Hasel, Liguster und Pfaffenhütchen bilden eine Strauchschicht im Randbereich.

Die neue Pflanzung wurde angereichert mit Totholz als Versteckmöglichkeiten für Tiere und durch eine Einzäunung gegen Verbiss durch Rehwild geschützt. Damit diese Zäune, bis die Jungpflanzen groß genug geworden sind, für die Wildkatze überwindbar bleiben, wurden vier sogenannte Überkletterhilfen über den Zaun angelegt. Hier hoffen der BUND Hessen und die Stadt Aßlar auf weitere Wildkatzennachweise durch Wildkameras, wie sie schon an der im Jahr 2024 im Aßlarer Wald angelegten ersten Pflanzfläche für die Wildkatze gelangen.

Der BUND wird noch bis 2028 gemeinsam mit den Projektpartner*innen Regierungspräsidium Gießen, Naturpark Lahn-Dill-Bergland, HessenForst, Kommunen und Privatwaldbesitzenden weitere Maßnahmen zur Förderung der Wildkatze im Projektgebiet Gladenbacher Bergland und angrenzende Bereiche planen und umsetzen. „Wir freuen uns sehr über das Engagement der Waldbesitzenden und laden weitere Interessierte dazu ein, bei unserem Projekt mitzuwirken“, ermuntert Andrea Malkmus. Waldbesitzende, die Interesse an der Mitwirkung haben, können sich bei ihr melden: andrea.malkmus@bund-hessen.de

Hintergrund:

Das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, und nukleare Sicherheit gefördert. Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) ist Co-Förderer des Vorhabens. Der BUND Hessen arbeitet bei der Umsetzung eng mit seinen Partnern HessenForst, Regierungspräsidium Gießen und Naturpark Lahn-Dill-Bergland zusammen. Ziel ist es, die Wiederausbreitung der Wildkatze zu unterstützen und gleichzeitig Wälder als artenreiche und klimarobuste Lebensräume zu gestalten. Neben Hessen beteiligen sich auch die BUND-Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Projekt.

Mehr zum Projekt unter www.bund-hessen.de/wildkatzenwaelder

 

 

Bildunterschrift: Andrea Malkmus (BUND Hessen), Bürgermeister Christian Schwarz, Revierleiterin Nina Bellof vor der Pflanzfläche mit neuem Informationsschild zum Projekt