Helmut Weller, Naturfotograf aus Ehringshausen
Einen wunderbaren Vortrag hielt Helmut Weller, Naturfotograf aus Ehringshausen, diesmal im Foyer des Werner-Best Hauses, weil es dort die besseren Lichtverhältnisse gibt. Der Vortrag lautete: „Die letzten ihrer Art - Von braunen Kehlchen und bunten Wiesen“. Helmut Weller erzählte anschaulich die Situation des Vogels der Jahre 1987 und 2023. Das Braunkehlchen ist ein Zugvogel, der Europa im September verlässt um im tropischen Afrika, meist südlich der Sahara den Winter zu verbringen. Mitte April kehrt es wieder, nach mehr als 5000 Kilometern Wanderung, in sein europäisches Brutgebiet zurück.
In Deutschland ist er hauptsächlich in Ostdeutschland zu Hause, aber auch in unserer Heimat wie in den Wiesentälern um Hohenahr, dem Aartalsee und in den Haubergen um Haiger. 70% der hessischen Braunkehlchen brüten im LDK, das waren in 2023 283 Vögel. Nach ihrer Rückkehr suchen sie blütenreiche Wiesen und Brachen, um hier in Bodennestern zu brüten. Solche Landschaftsformen verschwinden jedoch leider immer mehr. Im Mai legt das Weibchen vier bis acht blaugrüne Eier, die es allein ausbrütet. Nach ca. zwei Wochen Brutzeit schlüpfen die Jungen. Nach 17 bis 19 Tagen klettert der Nachwuchs aus dem Nest. Bis sie fliegen können, verstecken sich die jungen Braunkehlchen in der Nähe des Nestes, zu dem die Eltern immer wieder mit Futter kommen, um die Kleinen zu versorgen. Das Braunkehlchen ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Würmern, Schnecken, Spinnen und Beeren. Durch die intensive Landwirtschaft ist das Braunkehlchen vom Aussterben bedroht. Auch in Deutschland gehen die Bestände des Langstreckenfliegers deutlich zurück. Das Braunkehlchen ist etwa 12-14 Zentimeter groß und wiegt zwischen 15 - 24 Gramm. Trotz seines unauffälligen Gefieders ist es ein schöner Vogel und unverkennbar mit der weißen Augenbinde. Sie sitzen häufig auf einem Zaunpfahl, einer hohen Staude, oder einer Distel und starten von hier aus ihre Jagdflüge. Bei Gefahr durch ihre Feinde wie den Fuchs, oder einen Greifvogel, versucht es sich durch Erstarren in gestreckter Haltung unsichtbar zu machen: und hofft übersehen zu werden. Weller zeigte noch Bilder von andern Kelchen, wie das Blau- Braun- und Rotkehlchen und von der Feldlerche. Weiterhin von intakten Wiesengründen und Brachen in denen das Braunkehlchen brüten kann. Er schloss mit schönen Wiesenbildern, mit einem Traum in Blau. Die Gäste waren angetan vom Vortrag und dankten mit Beifall. Edith Muskat Stadträtin a.D. hatte zuvor die 20 Gäste und den Referenten begrüßt. Sie dankte auch den Damen aus dem Werner -Best-Haus, welche wieder eine wunderschöne Tischdeko arrangiert hatten diesmal mit schönen Wiesenblumen.. Karsten Müller vom Kontakt war entschuldigt, aber seine Vertretung, eine junge Dame mit Team, welche Kaffee und Kuchen servierten machten ihre Sache sehr gut.. Das Team der Aßlarer Gespräche bedankt sich bei allen Teilnehmen und den Gästen und lädt für Donnerstag den 23. Juli um 14.30 Uhr zu einem Vortrag mit Wolfgang Pfeiffer von der Abfallentsorgung des Lahn-Dill Kreises zum Thema „Die Abfallentsorgung“ herzlich ein.