Nach dem Spatenstich am 10. Mai und dem Richtfest am 17. November, konnte am Freitag die neue Kindertagesstätte "Alte Schule - Die Glückskinder" in der Mittelstraße ihrer Bestimmung übergeben werden. Im Rahmen eine Tages der offenen Tür konnte sich auch die Bevölkerung anschauen, was aus dem alten Schulgebäude durch die Ergänzung eines Anbaus geworden ist. Bürgermeister Christian Schwarz hieß die zahlreichen Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft willkommen, allen voran Stadtverordnetenvorsteherin Katharina Schäfer, den Architekten Matthias Müller und die Leiterin der neuen Einrichtung, Nicole Vit. Mit 3,4 Millionen Euro an Kosten ist das Projekt "nur" rund zehn Prozent teurer als geplant. In unsicheren Zeiten von Pandemie und Krieg in Russland, die einen Mangel an Baustoffen und überhöhte Preise mit sich brachten, eine reife Leistung. "Unter dem Motto 'Kita im Denkmal' war das Projekt eine echte Herausforderung und ich bin stolz, dass wir schlussendlich nur sechzehn Monate Baizeit gebraucht haben", so Schwarz. "Als 2019 die Idee geboren war, nach Schule, Post und Gaststätte nun eine Kita aus dem Gebäude zu machen, waren wir im Wirtschaftsministerium, um die Pläne vorzustellen und Fördermittel aus dem Programm 'Soziale Integration im Quartier' zu bekommen", erinnerte der Bürgermeister. Hoher Bedarf an Betreuungsplätzen und die Wichtigkeit der frühen Betreuung des Aßlarer Nachwuchses hatten den Ausschlag gegeben, dass mit der Sanierung des Altbaus und der Entstehung des Neubaus 55 neue Plätze in drei Gruppen entstanden - eine davon für Kinder unter drei Jahren. Durch die finanzielle Unterstützung des Projektes durch das Bundesprogramm in Höhe von 2,45 Millionen Euro und weiteren 77000 Euro aus Landesmitteln für die 100000 Euro teure Lüftung, blieb der Eigenanteil für die Stadt Aßlar bei rund 900000 Euro. "Seit Beginn meiner Tätigkeit als Bürgermeister vor genau vier Jahren konnten inklusive der vier Bauwagen für 300000 Euro trotz Pandemie und anderen Belastungen 138 Kitaplätze geschaffen werden, wofür ich allen Gremien für ihr Engagement danke", so Schwarz.
"Dieses Projekt lag mir sehr am Herzen und ich wünsche den Erzieher:innen und Kidern viel Spaß auf ihrer Entdeckungsreise in die Zukunft", so Matthias Müller. Zweieinhalb Jahre hatten sich alle Beteiligten wöchentlich vor Ort getroffen, um miteinander ein optimales Ergebnis zu erzielen. "Ich bin stolz darauf, dass wir die finanziellen und zeitlichen Vorgaben einhalten konnten", so Müller und dankte allen Beteiligten bei Planung und Bau. Nur die Außenanlagen müssen noch fertig gestellt werden. 22 Firmen - fast alle aus dem heimischen Raum - waren beteiligt. Der Neubau ist barrierefrei mit Aufzug gestaltet. Hier sind die Gruppenräume der Kleeblätter, Glückspilze und Marienkäferchen untergebracht. Im Altbau findet sich im Erdgeschoss Speiseraum, Küche und Turnraum und im Obergeschoss Räume für die Mitarbeiter plus einrichtungsübergreifende Räumlichkeiten. "Insgesamt haben wir 700 qm, davon die Hälfte neu", so Müller, der dem Magistrat für das Vertrauen und dem Team vom Bauamt für die unbürokratische Unterstützung dankte.
"Es ist etwas anderes, über die Bereitstellung von Mitteln für ein Projekt zu diskutieren, als am Ende im fertigen Gebäude zu stehen und es seiner Bestimmung zu übergeben", ergänzte Katharina Schäfer. "Kitas sind nicht nur Betreuungseinrichtungen, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, der bei Firmen und deren Mitarbeitern hoch im Kurs steht." Dem Kita-Team und den Kindern wünschte sie viel Glück dabei, die Räume mit Leben und Kinderlachen zu füllen. "Die Erinnerungen an die Kita-Zeit bleiben lebenslänglich und ich kann mich noch gut an meine Zeit im Drachennest erinnern."
Lob gab es auch vom Lahn-Dill-Kreis, für den Anke Brommont-Schmidt, Fachdienstleiterin Tagesbetreuung, für stets gute Kooperation dankte, bevor das Kita-Team seiner Chefin ein Überraschungsständchen sang, Matthias Müller einen Bollerwagen zum Einzug schenkte, der symbolische Schlüssel überreicht und das rote Band durchschnitten wurde. Endlich konnten alle, die unter einem Pavillon im Regen ausgeharrt hatten, in die Gebäude strömen, sich alle Räumlichkeiten anschauen und einen kleinen Imbiss zu sich nehmen.