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Asslar - Die Woche
Ausgabe 38/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Neues aus dem Rathaus

Liebe Aßlarer,

das erste Septemberwochenende war für unsere Stadt und insbesondere für unsere Feuerwehr ein ganz besonderes: Mit einer feierlichen Einweihung und einem großartigen Tag der offenen Tür konnten wir unser neues Feuerwehrhaus offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie viele Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit genutzt haben, das neue Gebäude kennenzulernen, Fahrzeuge und Technik aus nächster Nähe zu erleben und mit unseren Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden ins Gespräch zu kommen. Die große Resonanz und die vielen positiven Rückmeldungen haben diesen Tag zu einem echten Fest für unsere gesamte Stadt gemacht.

Eine besondere Freude war für uns der Besuch einer Abordnung der Feuerwehr und des Partnerschaftsvereins aus unserer französischen Partnerstadt Saint-Ambroix. Im Rahmen der Einweihung haben die Feuerwehren aus Aßlar und Saint-Ambroix ihre Freundschaft feierlich erneuert. Damit haben sie ein starkes Zeichen dafür gesetzt, dass unsere Städtepartnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht, sondern durch persönliche Begegnungen und echte Freundschaften mit Leben erfüllt wird.

Unser neues Feuerwehrhaus ist weit mehr als ein modernes und funktionales Gebäude. Es ist ein Gefahrenabwehrzentrum und damit eine wichtige Investition in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Unsere Feuerwehr erhält hier deutlich bessere Bedingungen für Ausbildung, Organisation und Einsatz. Vor allem aber schaffen wir Strukturen, die uns helfen, auch auf zukünftige Herausforderungen gut vorbereitet zu sein.

Denn die Gefahrenlagen haben sich verändert. Starkregen, Hochwasser, Orkanböen und Waldbrände können uns ebenso treffen wie länger andauernde Stromausfälle oder Störungen unserer kritischen Infrastruktur. Als Stadt und Feuerwehr müssen wir darauf vorbereitet sein, auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Das neue Feuerwehrhaus ist dafür ein wichtiger Baustein.

Bei aller Verantwortung, die wir als Stadt übernehmen, gehört zu einer guten Krisenvorsorge jedoch auch die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Eine Kommune kann Gebäude errichten, Einsatzfahrzeuge beschaffen, Notfallpläne aufstellen und ihre Feuerwehr bestmöglich ausstatten. Sie kann aber in einer größeren Schadenslage nicht gewährleisten, dass überall gleichzeitig und sofort Hilfe geleistet werden kann.

Deshalb sollte sich jeder einmal ganz persönlich die Frage stellen: Wäre mein Haushalt darauf vorbereitet, einige Tage ohne Strom oder ohne die gewohnte Versorgung auszukommen? Sind Trinkwasser, haltbare Lebensmittel und notwendige Medikamente vorhanden? Gibt es Taschenlampen, Batterien, eine geladene Powerbank und ein batteriebetriebenes Radio? Und wissen alle Familienmitglieder, was im Ernstfall zu tun ist?

Das sind keine übertriebenen Maßnahmen. Es sind einfache Vorkehrungen, die mit überschaubarem Aufwand getroffen werden können. Vorsorge bedeutet nicht, Angst zu haben oder ständig mit dem Schlimmsten zu rechnen. Vorsorge bedeutet, Verantwortung zu übernehmen - für sich selbst, für die eigene Familie und vielleicht auch für ältere oder hilfsbedürftige Menschen in der Nachbarschaft.

Je besser wir als Bürgerinnen und Bürger vorbereitet sind, desto gezielter können Feuerwehr und Rettungsdienste im Ernstfall dort helfen, wo ihre Unterstützung am dringendsten benötigt wird. Eine widerstandsfähige Stadt entsteht deshalb nicht allein durch moderne Gebäude, Fahrzeuge und Technik. Sie entsteht durch das Zusammenspiel einer gut vorbereiteten Stadt, leistungsfähiger Einsatzkräfte und einer Bevölkerung, die ebenfalls ihren Beitrag leistet.

Mein herzlicher Dank gilt allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, die viel Zeit, Kraft und Herzblut in die Vorbereitung und Durchführung dieses besonderen Wochenendes investiert haben. Ebenso danke ich allen an Planung und Bau Beteiligten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Stadt sowie den politischen Gremien, die dieses wichtige Projekt begleitet und ermöglicht haben.

Und schließlich danke ich Ihnen, liebe Aßlarer, für Ihren zahlreichen Besuch, Ihr großes Interesse und die Wertschätzung, die Sie unserer Feuerwehr entgegengebracht haben.

Ihr Bürgermeister
Christian Schwarz