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Asslar - Die Woche
Ausgabe 43/2025
Gestaltung Innenteil Seite 2
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Ein Tag der Einheit - mit Herz, Geschichte und Musik

Feierlichkeiten zum 35. Tag der Deutschen Einheit in der Stadthalle Aßlar

Mit einer festlichen und zugleich sehr persönlichen Feier beging die Stadt Aßlar am 3. Oktober den 35. Jahrestag der Deutschen Einheit. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung in die Stadthalle, wo ein würdiger und bewegender Vormittag ganz im Zeichen von Frieden, Zusammenhalt und gelebter Partnerschaft stand.

Durch das Programm führte souverän und mit viel Herzlichkeit Stadtverordnetenvorsteherin Katharina Schäfer, die die Gäste mit einer gelungenen Mischung aus Charme, Struktur und Feingefühl durch die Veranstaltung leitete. Für den musikalischen Glanz sorgte die Blasmusik Werdorf, die mit ihrem großen Orchester angereist war. Ihre feierlichen Klänge verliehen dem Vormittag eine ganz besondere Atmosphäre - von traditionellen Märschen bis hin zu bewegenden Melodien, die im Saal für spürbare Gänsehautmomente sorgten.

In seiner Festrede zum Tag der Deutschen Einheit nahm Bürgermeister Christian Schwarz die Anwesenden mit auf eine sehr persönliche Zeitreise. Er erinnerte sich an seine eigenen Erlebnisse als neunjähriger Junge, als im Jahr 1989 die Mauer fiel - ein Moment, der sich tief in das kollektive Gedächtnis unseres Landes eingebrannt hat.

Er beschrieb, wie in jener Zeit des Kalten Krieges trotz aller Spannungen eine gewisse Sensibilität herrschte - und wie selbstverständlich man damals gelernt hatte, in Gegensätzen zu denken, ohne sie sofort zu skandalisieren. Mit Blick auf die Gegenwart mahnte Schwarz:

"Wir dürfen aufpassen, dass wir durch unsere Sprache keinen Krieg heraufbeschwören. Lasst uns - gerade in diesen Zeiten - positiv bleiben, Brücken bauen und uns auf das besinnen, was uns eint: Frieden, Freiheit und Zusammenhalt."

Er erinnerte zugleich an die mutigen Frauen und Männer, die vor 35 Jahren den Anfang machten, an den historischen Moment des Mauerfalls und an die berührende Szene im Deutschen Bundestag, als Abgeordnete aller Parteien gemeinsam die Deutsche Nationalhymne sangen - ein Symbol echter Einheit und Verbundenheit.

Auch die Gäste aus den Partnerstädten Jüterbog und Waldbröl bereicherten die Feierstunde. Beide Bürgermeisterinnen teilten eigene Erinnerungen und Gedanken zum Thema Einheit, Zusammenhalt und europäische Freundschaft - persönliche, authentische Worte, die deutlich machten, wie lebendig die Bande zwischen den Städten gewachsen sind.

Landtagsabgeordneter Frank Steinraths übermittelte Grüße aus Wiesbaden sowie aus dem Lahn-Dill-Kreis und betonte die Bedeutung des Tages für unsere Demokratie. Ebenso richtete Jens Guckenbiehl, Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses der Stadt Aßlar, seine Worte an die Gäste und hob die Bedeutung der kommunalen Freundschaften hervor, die seit Jahrzehnten gepflegt werden und einen wichtigen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa leisten.

Nach dem offiziellen Teil bot sich den Gästen bei Gesprächen und kleinen Erfrischungen noch Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen - über Erinnerungen, Begegnungen und die vielen kleinen und großen Geschichten, die unser Land heute zusammenhalten.

So wurde der 3. Oktober in Aßlar zu einem Tag des Erinnerns, der Begegnung und der Dankbarkeit - getragen von Musik, Menschlichkeit und dem Bewusstsein, dass Einheit nichts Selbstverständliches ist, sondern immer wieder neu gelebt werden muss.

Am Ende blieb das schöne Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein: einer gemeinsamen Geschichte, die uns alle verbindet.