Liebe Aßlarer,
in den vergangenen Tagen haben mich - und auch viele meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - zahlreiche Rückmeldungen zur Leerung der Gelben Tonnen erreicht. Viele von Ihnen haben sich zu Recht darüber geärgert, dass Tonnen verspätet oder gar nicht geleert wurden und teilweise über Tage an den Straßen standen.
Diesen Ärger kann ich gut nachvollziehen. Müllabfuhr gehört zu den Dingen, die im Alltag einfach funktionieren müssen. Sie ist Teil unserer Grundversorgung und nichts, worüber man sich regelmäßig Gedanken machen sollte.
Gleichzeitig ist mir in den Diskussionen - insbesondere in den sozialen Medien - ein Muster aufgefallen, das ich gerne einmal etwas breiter einordnen möchte.
Wenn Dinge nicht funktionieren, richtet sich der Unmut oft sehr schnell an „die Stadt“ oder an „die Politik“. Das ist verständlich, denn die Kommune ist für viele Bürgerinnen und Bürger der direkteste Ansprechpartner vor Ort. In diesem konkreten Fall ist die Zuständigkeit jedoch eine andere.
Die Gelbe Tonne ist Teil des sogenannten dualen Systems. Dieses ist bundesweit gesetzlich geregelt und verpflichtet Hersteller und Inverkehrbringer von Verpackungen dazu, die Rücknahme und Verwertung ihrer Verpackungen zu organisieren. Dafür beauftragen diese Unternehmen sogenannte Systembetreiber, die wiederum private Entsorgungsfirmen mit der Abholung betrauen.
Die Stadt Aßlar ist hier weder Auftraggeber noch Vertragspartner und hat keine direkte Steuerungsmöglichkeit. Unsere Rolle besteht darin, Beschwerden weiterzugeben, nachzufragen und auf Verbesserungen zu drängen - was wir selbstverständlich auch tun.
Unabhängig von Zuständigkeiten bleibt für mich jedoch eines klar:
Wenn Leistungen zugesagt werden, müssen sie auch zuverlässig erbracht werden. Bürgerinnen und Bürger dürfen erwarten, dass angekündigte Abholtermine eingehalten werden. Alles andere sorgt für Frust und untergräbt das Vertrauen in funktionierende Abläufe.
Und genau hier liegt aus meiner Sicht ein größeres Thema:
Unser Zusammenleben lebt von Verlässlichkeit. Von Systemen, die funktionieren - leise, organisiert und ohne ständige Probleme. Wenn selbst einfache Dinge wie eine planmäßige Müllabholung nicht mehr reibungslos laufen, entsteht schnell der Eindruck, dass insgesamt etwas ins Rutschen gerät.
Das dürfen wir nicht hinnehmen.
Deshalb stehen wir als Stadt im Austausch mit dem beauftragten Unternehmen und geben die vielen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft konsequent weiter. Unser Ziel ist klar: eine verlässliche, termingerechte Abholung - so, wie sie vorgesehen ist.
Gleichzeitig wünsche ich mir für unsere Diskussionen miteinander einen respektvollen und sachlichen Ton. Kritik ist wichtig und notwendig. Sie hilft dabei, Dinge zu verbessern. Pauschale Vorwürfe oder persönliche Angriffe bringen uns hingegen nicht weiter.
Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass Probleme benannt, Lösungen eingefordert und Abläufe wieder verlässlich werden - ruhig, klar und im guten Miteinander.
In diesem Sinne: kommen Sie gut durch die Woche.