Am Donnerstag war es wieder soweit: Säbelrasseln und mit lautem Helau-Geschrei klopften die Aßlarer Karnevalisten am Rathaus an, um ihre Machtübernahme einzufordern. Dass dies nicht im Handstreich geschehen konnte ist klar, stellen sich die Ratsherren und-damen um Bürgermeister Christian Schwarz und die Verwaltungsmitarbeiter der närrischen Übermacht doch jedes Jahr mutig entgegen. Bunte Bälle gegen Konfetti-Kanonen und ein wildes Wortgefecht gehören dazu, damit die Roten vom Aßlarer Carnevalverein und die Blauen von den Närrischen Spatzen Berghausen ihre Regierungsansprüche für die Zeit bis Aschermittwoch durchsetzen können. "Dem Bürgermeister und dem Magistrat, denen geben wir 'nen guten Rat: Gebt den Rathausschlüssel gleich heraus, sons stürmen wir mit Saus und Braus", skandierte ACV-Sitzungspräsident Uwe Lutz, doch der Bürgermeister ließ sich nicht einschüchtern: "Nie werden wir Euch den Schlüssel geben, wir verteidigen ihn mit unserem Leben. Packt Euro Sachen und geht nach Haus - den Schlüssel rücken wir nicht raus!" NSB-Präsident Thomas Heinz setzte entgegen: "Nun, Bürgermeister, Du wirst schon sehen, gleich wirst Du aus dem Amte gehen. Die Narrenzeit, die ist gekommen - wir werden die Tür schon aufbekommen!" Das Rededuell dauerte nicht lange und zum guten Schluss hieß es "Aus allen Waffen Feuer frei!" und besonders für die Jüngsten Gardisten war der Angriff mit den bunten Bällen ein Riesenspaß. Im Nu war das Rathaus eingenommen, der Bürgermeister und seine Getreuen übergaben den schweren Schlüssel und luden ihre Gegner zum Festmahl ein. "Unsre Herrschaft kann jetzt starten, worauf wollen wir noch warten? Die Macht den närrischen Spatzen und dem ACV - darauf ein dreifach donnerndes Helau. So wurde bereits am Samstag in der Aßlarer Narrhalla ordentlich gefeiert und am kommenden Samstag herrscht in der Mehrzweckhalle in Berghausen närrisches Treiben. Natürlich kommen auch die Kinder nicht zu kurz: In Aßlar ist am Rosenmontag, um 14.11 Uhr, und in Berghausen am Faschingsdienstag, um 15.11 Uhr, Kinderfasching angesagt.