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Bad Soden-Salmünster aktuell - Bürger- und Gästezeitung
Ausgabe 12/2024
Vereine und Verbände
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NABU Mernes - Ein guter Start...

Heidelerche-Lullula arborea

Ist es einfach dem überdrüssig gewordenen Winter geschuldet oder ist es die schiere Freude über einen neues Hervorbrechen der Natur.

Jedenfalls begann mein „Vogeljahr“ mit einem Hit. Völlig unerwartet erreichte ein hier nie gehörter Vogelgesang meine Ohren, nur eine Minute nach Verlassen meines Autos, am obersten Stacken-Querweg, etwas unterhalb der Heide.

Es war der 28. Februar und was ich hörte war die Heidelerche.

Ich muss mich korrigieren. Im Juni 2022 war ich ebenfalls am Stacken unterwegs, genauer, auf unserer Wacholderheide, als ich unverhofft durch den Gesang einer Heidelerche im Lauf erstarrte. Leider war es dann nur eine einzige Strophe, aber absolut unverkennbar und einzigartig schön.

Schon seit gut dreißig Jahren fahre ich nach Unterfranken, auf das Kalkplateau zwischen Gössenheim und Karsbach. Dort erheben sich die imposanten Überreste Deutschlands zweitgrößter Burgruine, der Ruine Homburg. Dort hält sich eine, mittlerweile arg zusammen geschmolzene Population der Heidelerche. Das sehr offene Terrain galt als typischer Heidelerche Standort. Mittlerweile scheint man dem Zurückdrängen der aufwachsenden Gebüsche dort nicht mehr Herr zu werden. Auch die starke Nutzung durch Spaziergänger und –biker ist auf der gesamten Fläche anhand zahlloser Pfade zu erkennen.

Ganz schlecht für jeglichen Bodenbrüter.

Mglw. war es eine der dort vergrämten Heidelerchen, die ganz zufällig beim Überflug, diese attraktive Heidelandschaft entdeckt hat, unsere Wacholderheide.

Und jetzt singt hier, über mehrere Tage, ein Exemplar dieser überaus seltenen Art. Nur ein regnerischer Kälteeinbruch hat die Lerche zum Verstummen gebracht. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob sich der Sängerin (richtiger dem Sänger!) ein Partner zugesellt.

…geschrieben von Leo K./ NABU Mernes