Am 26. März 1826 wurde Carl Kellner, der Begründer der Wetzlarer optischen Industrie, in Hirzenhain im Vogelsberg geboren. Sein Vater war der Verwalter der Oberndorfer Hütte der Fürstlich Solms`schen Hüttengesellschaft und die Familie wohnte auch dort. Carl besuchte die Lateinschule in Braunfels und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Mechaniker in Gießen. Anschließend erwarb er Kenntnisse von optischen Geräten bei dem Unternehmen A. Repsold & Söhne in Hamburg. Dort lernte er auch Moritz Hensoldt aus Sonneberg kennen. Danach zog er zu seinen Eltern nach Braunfels und begann ein Selbststudium der Optik.
Er erwarb dabei auch mathematische Kenntnisse und entwickelte dabei seine Ideen zur Verbesserung der Objektive von Fernrohren. Seine bedeutsamste Neuentwicklung war dabei das nach ihm benannte Kellner-Okular.
Kellner und Hensoldt gründeten 1849 in Wetzlar zunächst ein gemeinsames Unternehmen, welches später von Carl Kellner alleine weitergeführt wurde. Das Unternehmen erwarb sich schnell einen guten Namen in der Herstellung von Fernrohren und Mikroskopen in allerhöchster Qualität.
1852 heiratete er Maria Werner, der gemeinsame Sohn überlebte 1854 nur einen Tag. Carl Kellner verstarb viel zu früh am 13. Mai 1855 im Alter von nur 29 Jahren an Lungentuberkulose und wurde auf dem historischen Friedhof in Wetzlar beigesetzt, wo sein Grabmal heute noch sichtbar ist.
Die Werkstatt von Carl Kellner war die Grundlage der Optischen Industrie in Wetzlar.