Am 9. April 1926 wurden im nahe gelegenen Dolomit-Steinbruch an der Braunfelser Tiefenbacher Straße von den Steinbrucharbeitern Fischer und Ulzenheimer mehrere Knochen gefunden. Am folgenden Tag berichtete der Wetzlarer Anzeiger, dass zunächst an eine „vorgeschichtliche Tiergattung, vielleicht aus der Saurierwelt" gedacht wurde.
Am Geologischen Institut der Universität Gießen wurden die Knochen als Belege eines eiszeitlichen Wollnashorns determiniert. Aufgrund des Zahnstatus und durch Vergleichsdaten wurde das Lebensalter mit 9 bis 11 Jahren angegeben. Eine C14-Datierung an der Universität Heidelberg ergab, dass dieser Großsäuger vor ca. 36.000 Jahren hier in Braunfels lebte. An den Knochen sind zahlreiche Kau-, Zerknack- und Bissspuren der damals weit verbreiteten Höhlenhyäne festzustellen.
Die Knochen des Braunfelser Wollnashorns sind ab 9. April 2026 ab 14 Uhr im Waldmuseum Dr. Kanngiesser in einer eigens angefertigten Schauvitrine ausgestellt, ein Videofilm von Bernd Seeger ergänzt die Präsentation. Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Auffindung der Knochen gibt es im Waldmuseum einen Tag der offenen Tür von 14 bis 19 Uhr.
Gäste sind herzlich willkommen!
Waldmuseum Dr. Kanngiesser
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