Plant man eine Lesung, weiß man als Veranstalter nie so genau, was auf einen zu kommt und wie groß das Interesse der Bürger an dem Thema der Lesung ist. In unserem Fall hatten wir zur Lesung des Buchtitels „Die Erben der Toten“ von Herrn Sonnenberg eingeladen. Herr Sonnenberg ist ein ortsansässiger Anwalt, der als Testamentsvollstrecker und Nachlassverwalter arbeitet. In seinem Buch hat er Fälle, die Ihm in besonderer Erinnerung geblieben sind, aufgeschrieben.
Das Team der Bücherei hatte im Landfrauenraum in der Brandsburg in Alten-Buseck die Lesung vorbereitet und ab 18:30 Uhr zur Lesung eingeladen. Schnell war, aufgrund des Andranges klar, dieser Raum wird heute nicht ausreichen. Es musste eine schnelle Lösung her, denn jemanden nach Hause schicken, kam überhaupt nicht in Frage.
Zum Glück erklärte sich Frau Grimm bereit, mit ihrer Sportgruppe in den Raum der Landfrauen zu ziehen und den großen Saal in der Brandsburg für die Lesung zu überlassen. Dafür nochmals herzlichen Dank!
Dank tatkräftiger Unterstützung des Autors und allen anwesenden Teilnehmenden gelang dieser Umzug schnell und problemlos, frei nach dem Motto: “Viele Hände, schnelles Ende!“
Nach gelungenem Umzug startete Herr Sonnenberg mit der Lesung. Zur Einleitung stellte er ein paar Schätzfragen bezüglich Todesursachen und Sterbefälle, deren Beantwortung bis zum Ende der Veranstaltung offenblieb.
Dann begann er mit der Lesung aus einem Buch „Die Eben der Toten“. Er hatte sich drei seiner Fälle ausgesucht, die inhaltlich sehr unterschiedlich waren, aber im Ergebnis dasselbe bedeuten: Die Vergabe von Vollmachten und Einverständniserklärungen sollte gut überlegt und mit Bedacht ausgewählt werden. Denn sind sie erst einmal erteilt, ist die Rücknahme schwierig bis unmöglich und auch die Familienangehörigen haben dann keine Handhabe mehr. Besonders dann, wenn einem klar wird, dass die Rechtsprechung nicht immer gerecht ist.
Die Vielfältigkeit, wie man um sein Erbe kommen kann bzw. etwas erben oder richtig vererben kann, wurde den Zuhörern schnell bewusst. Falsche Entscheidungen zu Lebzeiten bzw. falsches Vertrauen können zu gravierenden Fehlern führen. Das wichtigste ist, lt. Herrn Sonnenberg, das Gespräch mit der Familie bzw. den nächsten wichtigen Angehörigen zu führen. Das Reden über die eigenen Wünsche nach dem Tod hinaus bzw. auch schon bei eventuell eintretenden Krankheiten sollte persönlich geführt werden. Testamente sollten so verfasst sein, dass jeder sofort erkennen kann, was der letzte Wille der verstorbenen Person ist.
In der kurzweiligen Lesung wurde vielen Besuchern bestimmt klar, welcher Handlungsbedarf bei jedem Einzelnen noch nötig ist. Die vorgestellten Fälle machten nachdenklich. Herr Sonnenberg versuchte, dieses Verhalten von Personen zu erklären, denen man sein Vertrauen schenkt. Er vermutet, dass es sich um einen schleichenden Prozess handelt, definiert man das Wort „Erbschleicherei“ und betrachtet man die Vorgehensweise der Personen.
In seinem Buch nennt Herr Sonnenberg 5 Tipps im Umgang mit dem Nachlass und wie die Dinge für die Hinterbliebenen zu regeln sind.
Die Gemeindebücherei Buseck hat 2 Exemplare des Buches zur Ausleihe zur Verfügung. Sind Sie bereits als Leser bei uns angemeldet, können diese von Ihnen ausgeliehen werden.
Wir möchten uns bei allen Teilnehmenden und im Besonderen bei Herrn Sonnenberg für den tollen Abend und die unkomplizierte Art bedanken und wünschen uns noch mehr solcher Veranstaltungen.
Die Bilder zeigen Herrn Sonnenberg während der Lesung und die interessierten Zuhörer!
Hier noch ein Hinweis in eigener Sache:
Die nächste Lesung findet am 21. Mai in der Brandsburg statt. Diesmal liest Herr Müller aus seinem neuen Buch "Mulis - Die Rauschgiftsache Al-Masry".
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte den Busecker Nachrichten oder unseren Aushängen.