Der morgendliche Schulweg hat sich in den vergangenen Jahren vielerorts verändert. Immer häufiger werden Kinder von ihren Eltern mit dem Auto direkt bis vor die Schultür gebracht. Diese sogenannten „Elterntaxis“ entstehen meist aus dem Wunsch heraus, den eigenen Kindern Sicherheit und Komfort zu bieten. Doch was gut gemeint ist, führt rund um viele Schulen zu erheblichen Problemen – sowohl im Straßenverkehr als auch für die Kinder selbst.
Besonders zu den Bring- und Abholzeiten kommt es vor den Schulen häufig zu einem regelrechten Verkehrschaos. Zahlreiche Autos fahren gleichzeitig vor, halten kurz an oder versuchen zu wenden. Dadurch entstehen Staus und blockierte Straßen. Gehwege und Einfahrten werden zugeparkt, sodass Fußgänger ausweichen müssen und Anwohner beeinträchtigt werden. Auch Schulbusse und der öffentliche Verkehr werden durch die vielen haltenden und rangierenden Fahrzeuge behindert. Insgesamt entstehen dadurch unübersichtliche Verkehrssituationen, die das Unfallrisiko erhöhen.
Paradoxerweise steigt gerade durch die vielen Elterntaxis die Gefahr für die Kinder. Beim schnellen Anhalten, Wenden oder Rückwärtsfahren entstehen Situationen, die für andere Verkehrsteilnehmer schwer vorhersehbar sind. Gleichzeitig fehlt häufig die Übersicht, weil Fahrzeuge dicht an dicht stehen oder plötzlich losfahren. Je mehr Autos sich gleichzeitig vor der Schule bewegen, desto größer wird das Risiko für gefährliche Situationen oder sogar Unfälle – ausgerechnet an dem Ort, an dem Kinder eigentlich besonders geschützt sein sollten.
Neben den Verkehrsproblemen hat das regelmäßige Bringen mit dem Auto auch Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder. Der Schulweg ist für Kinder ein wichtiger Teil des Alltags, auf dem sie Selbstständigkeit lernen und Verantwortung übernehmen. Auf dem Weg zur Schule treffen sie Freunde, unterhalten sich und erleben ihre Umgebung bewusst. Gleichzeitig lernen sie, sich im Straßenverkehr zu orientieren und aufmerksam zu sein. Werden Kinder jedoch regelmäßig bis vor die Tür gefahren, fehlen diese wichtigen Erfahrungen. Selbstständigkeit, Orientierung im Straßenverkehr und soziale Kontakte auf dem Schulweg entwickeln sich dadurch oft weniger stark.
So entsteht häufig ein regelrechter Teufelskreis: Je mehr Autos vor der Schule unterwegs sind, desto unsicherer erscheint vielen Eltern der Schulweg. Aus Sorge entscheiden sich dann noch mehr Eltern dafür, ihre Kinder ebenfalls mit dem Auto zu bringen. Dadurch verschärft sich die Situation weiter und es kommt zusätzlich zu Konflikten zwischen Eltern, Anwohnern und der Schule.
Leider erleben wir diese Situation auch hier in Buseck. Gerade zu den Stoßzeiten kommt es rund um die Schule immer wieder zu unübersichtlichen Verkehrssituationen. Deshalb möchten wir alle Eltern freundlich bitten, wenn möglich auf das Elterntaxi zu verzichten und ihre Kinder laufen zu lassen. Wer sein Kind dennoch mit dem Auto bringt, kann dazu beitragen, die Situation zu entspannen, indem er etwas entfernt von der Schule anhält – dort, wo keine Verkehrsbehinderungen entstehen. Oft sind die letzten Meter zu Fuß nicht nur sicherer für alle Beteiligten, sondern geben den Kindern auch ein Stück Selbstständigkeit zurück.
Fachbereich Sicherheit und Ordnung