Die drei Kommunen Fernwald, Buseck und Gießen haben sich gemeinsam vor rund drei Jahren auf den Weg gemacht, um das Windenergieprojekt in der gemeinsamen Windvorrangfläche Fernewald zu entwickeln. Der Auftrag hierfür wurde 2024 an die Windpark Fernewald Entwicklungs GmbH & Co. KG vergeben. In Kürze werden die vollständigen Unterlagen für den Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vorliegen.
Die Garantievergütung für Strom aus Windenergie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist in den vergangenen zwei Jahren zunehmend unter Druck geraten. Vor diesem Hintergrund haben sich die am Windpark beteiligten Kommunen und Projektentwickler darauf verständigt, bereits heute gemeinsam nach zusätzlichen Vermarktungsmöglichkeiten für den künftig erzeugten Strom zu suchen. Dieser Prozess wird parallel zur Fertigstellung der Genehmigungsunterlagen vorangetrieben. Mittel- und langfristig sind alle Beteiligten überzeugt, dass der Windpark einen wichtigen Beitrag zu einer wirtschaftlich attraktiven, regionalen und nachhaltigen Stromerzeugung leisten kann.
Die Windpark Fernewald Entwicklungs GmbH & Co. KG wurde eigens für die Entwicklung des Windparks gegründet und ist ein gemeinsames Unternehmen der Projektentwickler Land+Forst Erneuerbare Energien GmbH aus Biebertal und Lintas Green Energy GmbH aus Oldenburg. Beide Unternehmen verfügen über umfangreiche Erfahrungen bei der erfolgreichen Entwicklung von Windenergieprojekten im Wald und legen dabei besonderen Wert auf regionale Wertschöpfung und lokale Beteiligungsmöglichkeiten.
Die Kommunen Fernwald, Buseck und Gießen haben neben der Verpachtung der Flächen vertraglich gesicherte Möglichkeiten, sich am Windpark zu beteiligen. Darüber hinaus wird auch den Bürgerinnen und Bürgern der beteiligten Kommunen die Möglichkeit eröffnet, sich über eine Energiegenossenschaft an dem Projekt zu beteiligen und damit unmittelbar an der Energiewende vor Ort mitzuwirken.
Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen bei der Projektentwicklung wurden durch die Projektierer bereits zahlreiche Optimierungs- und Anpassungsoptionen intensiv geprüft. Hierzu gehörten unter anderem unterschiedliche Anlagenszenarien mit einer reduzierten Anzahl von Windenergieanlagen, der Einsatz größerer und leistungsstärkerer Anlagentypen, die mögliche Nutzung eines gemeinsamen Umspannwerks mit benachbarten Windparks sowie verschiedene Ansätze zur Anpassung der Flächenpachten. Alle diese Varianten wurden sorgfältig bewertet und hinsichtlich ihrer technischen, wirtschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Auswirkungen untersucht.
Die bisherigen Analysen zeigen jedoch, dass keine der betrachteten Alternativen derzeit zu einer wesentlichen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit führt, die den Windpark in einer grundlegend veränderten Ausgestaltung tragen würde. Gleichwohl werden die Projektpartner die Rahmenbedingungen weiterhin aufmerksam beobachten und mögliche Optimierungspotenziale prüfen.
Der fertiggestellte Antrag zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) wird so lange zurückgehalten, bis sich die Rahmenbedingungen wieder so geändert haben, dass eine wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung möglich ist.
Das gemeinsame Ziel der Kommunen und aller Projektbeteiligten bleibt unverändert: Die erfolgreiche Umsetzung des Windparks Fernewald als regionales Zukunftsprojekt. Durch die enge Zusammenarbeit aller Partner soll eine nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige und breit akzeptierte Lösung geschaffen werden, die langfristig zur Versorgungssicherheit, zum Klimaschutz sowie zur regionalen Wertschöpfung beiträgt und den Menschen vor Ort konkrete Beteiligungsmöglichkeiten eröffnet.