Durch das Jubiläum von Großen-Buseck wird derzeit intensiver nach frühen Belegen zur Geschichte des Ortes gesucht – und tatsächlich sind neue, bislang unbekannte Hinweise aufgetaucht.
Zufällig fand sich in einem Artikel aus dem Jahr 1903 die Erwähnung einer Mühle bei Großen-Buseck, die 1339 im Besitz der Familie von Viermünden gewesen sein soll. Dieses Datum liegt nur wenige Jahre nach der bislang bekannten ersten Erwähnung von Großen-Buseck. Allerdings waren Besitzungen der Familie von Viermünden in Großen-Buseck und im Lumdatal bisher nicht bekannt. Das machte die Sache besonders spannend und musste geprüft werden.
Die im Artikel genannte Quelle war nur abgekürzt angegeben. Wofür stand diese Abkürzung? Und existiert die Originalquelle noch? Recherchen im Internet und in den Online-Beständen der Staatsarchive blieben zunächst erfolglos. Erst ein Besuch im Staatsarchiv Marburg brachte einen entscheidenden Hinweis: auf ein Privatarchiv in Nordenbeck, einem Ortsteil von Korbach.
Dort – in einer großen Truhe voller Urkunden und Amtsbücher – fand sich tatsächlich die Quelle, die 1903 verwendet worden war. Darin war ein Inventar aus dem Jahr 1339 enthalten, das Besitzungen der Familie von Viermünden im Lumdatal und in Großen-Buseck aufführte. Der Artikel von 1903 hatte also recht: Eine Mühle in Großen-Buseck wird tatsächlich genannt.
Leider gibt es keine genaueren Angaben zur Lage der Mühle. Neu und bedeutsam ist jedoch der bislang nicht belegte Zusammenhang zwischen Großen-Buseck und der Familie von Viermünden.
Die Entdeckung zeigt zugleich, wie viele Fragen zur Ortsgeschichte noch offen sind. Welche Dokumente mögen noch in dieser Truhe liegen, die nicht vollständig eingesehen werden durfte? Gibt es vielleicht sogar eine noch frühere Erwähnung der Mühle – vor 1326? Und welche unbekannten Quellen verbergen sich möglicherweise in anderen Privatarchiven?
Die Geschichte von Großen-Buseck ist offenbar noch lange nicht vollständig erzählt.