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Dipperzer Nachrichten
Ausgabe 16/2026
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Frühlingsklänge zwischen Tradition und Pop

Der Musikverein Dipperz – Rhön zeigt im Bürgerhaus ein abwechslungsreiches Programm.

DIPPERZ. Ein gut gefülltes Bürgerhaus, ein Programm mit deutlich gesetzten Kontrasten und ein Orchester, das hörbar Freude am Musizieren hat: Das Frühlingskonzert des Musikverein Dipperz am Samstagabend zeigte einmal mehr, wie selbstverständlich sich Blasmusik heute zwischen klassischer Tradition und populären Klängen bewegen kann. Unter der Leitung von Yannik Helm präsentierte das Orchester ein Programm, das stilistisch weit gespannt war und vom Opernarrangement bis zum Funk-Groove reichte und auch traditionelle volkstümliche Weisen umfasste.

Der Auftakt gehörte mit Fanfare and Flourishes von James Curnow einer festlichen Konzertfanfare, die gleich zu Beginn klangliche Geschlossenheit und eine sichere Balance der Register erkennen ließ. Daniel Goldbach, Sprecher des Führungsteams, begrüßte die zahlreichen Gäste, Ehrengäste sowie örtliche Vereinsvertreter und Freunde benachbarter Musikvereine. An­schließend übergab er das Mikro an die beiden Moderatorinnen Veronika Dittmann und Lena Jelinek, die auf charmante Weise durch das Programm führten und den Zuhörern Informatio­nen zu Titeln, Komponisten und Solisten gaben.

Es folgte ein Ausflug in die Opernwelt: In den La Traviata Highlights aus La Traviata von Giu­seppe Verdi,arrangiert von Wil van der Beek, überzeugte das Orchester vor allem durch sorg­fältig gestaltete dynamische Abstufungen und ein angenehm transparentes Klangbild.

Deutlich leichter wurde dann der Tonfall mit Oodles of Noodles, einer Swing-Nummer aus der Feder von Jimmy Dorsey. Hier stand der Solist im Mittelpunkt: Altsaxophonist David Weber führte mit geschmeidigem Ton, enormem technischen Können und lässiger Phrasierung durch das Stück und erhielt dafür verdienten Applaus. Mit dem Rockklassiker Don’t Stop Believin’ der Band Journey – in einer Bearbeitung von Martin Scharnagl – zeigte das Orchester anschlie­ßend seine Affinität zu moderner Unterhaltungsmusik.

Zu den ruhigeren und zugleich wirkungsvollsten Momenten des ersten Konzertteils gehörte Skyfall,ursprünglich gesungen von Adele. In der orchestralen Fassung von Dirigent Helm über­nahm Sophia Mans den Gesangspart und gestaltete die Ballade mit klarer, sicher geführter Stimme. Am Klavier begleitete Michael Kramer sensibel, während das Orchester den orchest­ralen Rahmen mit Bedacht aufbaute. Danach wurde es noch einmal deutlich rhythmischer: Uptown Funk von Bruno Mars brachte Groove ins Bürgerhaus, bevor das Medley The Golden Sixties den ersten Teil mit nostalgischen Popklängen beschloss. Im ersten Konzertteil hatten auch drei Nachwuchsmusiker Jona Biensack, Julius Bernhard undMarlon Matzunsky ihre Pre­miere im großen Orchester.

Nach der Pause erinnerte der Marsch Theotrichus (die frühere Ortsbezeichnung von Dieters­hausen) von Lukas Bruckmeyer an die enge Verbindung zum Nachbarverein. Das Stück war dem Musikverein Dipperz im vergangenen Jahr zum 100-jährigen Bestehen vom Musikverein Dietershausen überreicht worden undknüpft bewusst an die klassische Tradition der Blasmusik an.

Im Anschluss wurden die passiven und ehemals aktiven Mitglieder Thomas Heindl, Rainer Hoberger, Michael Müller und Klaus Wagner nach 50-jähriger Vereins-Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel und Urkunde durch das Führungsteam des Musikvereins Dipperz von Daniel Goldbach, Bernd Biensack und Peter Goldbach ausgezeichnet. Jürgen Krick wurde für seine 50 – jährige aktive Spielzeit ebenfalls die goldene Ehrennadel überreicht. Darüber hinaus wurde er für sein beispielhaftes und vorbildliches Engagement an Flügelhorn / Trompete, Schlagzeug, Jugendausbilder und mehr als 20-jähriger Kassierertätigkeit zum Ehrenmitglied des Musikvereins Dipperz – Rhön ernannt.

Im weiteren Verlauf des Konzertabends rückte die volkstümliche Unterhaltung stärker in den Vordergrund.Die Weinkeller-Polka von Stefan Stranger sowie Bruckmeyers Walzer Gedankenspiele boten stilistische Abwechslung, bevor ein kleiner Gesangsblock folgte. Stephanie Weber und Matthias Weber gestalteten mit warmen Stimmen Titel wie Eine stille Stunde, In deinen Armen und Im Mondenschein. Gerade in diesen Stücken zeigte das Orchester ein feines Ge­spür für Begleitung und Balance.

Mit „Eine letzte Runde“ von Markus Nentwich fand das reguläre Programm einen beschwingten Abschluss. Das Publikum ließ das Orchester jedoch nicht ohne Zugaben gehen. Zunächst erklang der Evergreen Sweet Caroline von Neil Diamond, der im Saal schnell für mitsingende Stimmung sorgte. Den endgültigen Schluss setzte schließlich der schwungvolle Kaiserin-Sissi-Marsch von Timo Dellweg.

Der Abend zeigte einen Musikverein Dipperz, der seine Rolle im regionalen Kulturleben ernst nimmt und zugleich offen für stilistische Vielfalt bleibt. Das Publikum dankte es mit langem Applaus.