Sonnenblumen im flirrenden Licht
Donnerstag, 13.08 | |
| 13:30 Uhr | Monatswanderung im Raum Dietershausen, ca. 6 km. Wanderführer: Bernhard Weber, |
Sonntag, 16.08 | |
| 13:00 Uhr, | Wanderung entlang des Vogellehrpfades in Hilders, Wanderführerin: Heike Diegelmann, Treffen ist jeweils am Bürgerhausparkplatz, ebenso findet eine Einkehr statt. |
| Gäste sind herzlich willkommen! |
Ein Sommer, der selbst „Hessisch Sibirien“ zum Schweigen bringt
Der Sommer kam mit warmem Licht, er blieb lang und wich doch nicht. Er legte Glut auf jedes Land, ein Feuer, das kein Ende fand.
In Dipperz stieg die Hitze schwer, bis neununddreißig Grad und mehr. Ich ging die Wege, die ich kenn’, doch jeder Schritt war schwer zu geh’n. Die Luft stand still, kein Wind, kein Ton – und Wärme drang mir tief ins Herz.
Und selbst die Flucht in die Höhen der Rhön, wo ich sonst Erholung kann erspür’n, half diesmal nicht – kein kühler Hauch auf Wasserkuppe und der Milseburg auch. Ich stand dort oben, suchte Ruh’, doch selbst die Berge ließen sie nicht zu.
Ob Rupsroth oder Abtsrod – ich ging diese Orte, die mir nah, doch überall lag die Hitze da.
Die Wanne schlängelt sich durch Ort und Tal, ein Bach, sonst frisch und kühl und schmal. Doch dieses Jahr, so trocken, hart, war sie nur ein Rinnsal, schwach und zart. Sie kroch erschöpft durch Wiesen hin, als hätt’ sie selbst den Sommer müd’ im Sinn.
Kein Schattenpfad im Schwarzen Moor, kein Wind am Pferdskopf trat hervor. Die Rhön, sonst kühl wie ein Versprechen, ließ dieses Jahr die Wärme brechen. Man sagt, sie sei kühl und klar, fast „Hessisch Sibirien“ jedes Jahr. Doch was man sonst als Wahrheit trug, war diesmal nichts als Lug und Trug.
Nicht einmal dort, wo Menschen zur Sonntagsmesse geh’n, in St. Antonius um halb elf, war’s kühler – kaum ein Grad.
Ich saß dort, hoffte auf ein Wehen, doch selbst im Gotteshaus blieb die Hitze steh’n.
Die Nächte waren heiß und schwer, kein Himmel versprach ein Weniger. Ich lag und rang mit Schlaf und Zeit, die Hitze nahm mir die Geborgenheit.
Doch irgendwann, ganz leis’ und sacht, kehrt langsam wieder Kühle in die Nacht. Ein erster Wind streift übers Land, legt sanft die Hitze aus der Hand. Die Rhön erhebt sich still und klar, so wie sie immer für uns war. Und in dem frischen Wehen spürt man: Auch schwere Sommer müssen einmal gehen.
Text und Foto: Bernhard Weber