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Dipperzer Nachrichten
Ausgabe 8/2026
Vereine und Verbände
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Rhönklub-Zweigverein Dipperz

1.

Donnerstag, 19. 02. 2026, 13:30 Uhr, Wanderung bei Poppenhausen, Wanderstrecke ca. 5-6 km, mit Einkehr, Wanderführer Berthold Müller, Tel. 1624, Treffen am Bürgerhausparkplatz

2.

Der im Wanderplan am 21. 02. vorgesehene Spielenachmittag wird auf Sonntag, den 22. März, verschoben.

Fastenzeit in der Rhön

In der Rhön, da ging’s einst rund,

doch nur bis Aschermittwoch bunt.

Dann hieß es plötzlich streng und klar:

“Jetzt wird gefastet – wunderbar!“

Die einen nicken fromm und brav,

die andern’ denken: Oh nä - ich schlaf.“

Am Hutzelsonntag, wie bekannt,

da brennt rings das halbe Land.

Die Hutzefeuer lodern heiter,

der Winter rennt schreiend weiter.

Beim Essen wird’s dann richtig ernst:

kei Fleisch, kei Wurscht – kei Fätt.

Die Küche wird ein Diät-Buffet.

Die Stimmung? Naja – geht so.

Manch einer spricht mit leerem Blick:

“Ich faste ja so gern - zum Glück.“

Auch Feiern, Tanz und lauter Krach

waren verboten – Pech gehabt.

Die Jugend seufzte tief und schwer:

“Kein Tanz? Kein Bier? was wollen’s mehr?“

So blieb man still – jung und alt.

In Kirchen hängt ein Violett

vor Bild und Kreuz – sehr fromm und nett.

Man sieht nicht mehr, was drunter war,

doch alle tun ernst und klar.

Der Opa murmelt ganz keck:

“Ich seänn ja nüscht, das Tuch muss weg!“

Der Küster spricht: “Das bleibt jetzt dran,

das ist die Fastenzeit mein lieber Mann:“

Und kurz vor Palmsonntag geschieht’s jedes Jahr:

In Dipperz wird’s bunt – ganz wunderbar.

Der Dorfbrunnen wird wie’s jeder kennt,

zum Osterbrunnen umgewend’.

Der Rhönklub schmückt ihn mit viel Fleiß,

mit Eiern, Grün und Deko fein.

Die Leute freuen sich sehr daran.

- ein Farbklecks, der die Fastenzeit verschönt.

Und wenn am Gründonnerstag die Glocken schwiegen,

wie man sagt, nach Rom sie fliegen.

Da ziehen die Messdiener durch die Gassen

mit Klappern, die den Ruf erschallen lassen.

Sie rufen morgens, mittags, und abends „zum Engel des Herrn,

ihr Klang geht nah und manchmal fern.

Und ehrlich: Niemand find’s verkehrt – nur wer ausschlafen will, ist leicht gestört.

Doch trotz Humor und manchem Murren

kann die Zeit viel Gutes wirken:

Ein bisschen Ruhe, Sinn und Licht,

auch wenn’s nicht jeder zugibt, nicht.

Und heute kommt noch dazu.

Wandertour und Fastenkur,

die Rhön bleibt treu der alten Spur.

Man fastet modern mit App und Schuh –

doch irgendwie gehört’s auch dazu.

Text und Foto: Bernhard Weber